Situation in und um Gaza: Ägypten übernimmt immer mehr Verantwortung / Egypt tries to broker truce; Hamas headquarters to move from Damascus to Cairo / עזה: מאמץ מצרי לרגיעה

Al Ayyam, Ramallah: Freude über die Wahlen in Tunesien, die die Islamisten an die Macht bringen / Amlalommah, Gaza: ...sowie über Raketen-Regen auf israelische Städte & Dörfer / Moshik in Ma'ariv: arabischer Frühling aktuell / Eran Wolkowski in Ha'aretz: Raktenwerfer im Einsatz / Ronny Gordon in Jerusalem Post: "hier gibt es immer wieder Stau"



דניאל דגן - Aus Gaza gibt es wieder Nachrichten. Gute und schlechte Nachrichten. Zunächst die schlechte Nachricht: die Hamas und andere Gruppierung haben in den letzten Tagen Städte und Dörfer in Israel massiv mit Raketen beschossen. Dabei wurden Raketenwerfer eingesetzt, die erst vor kurzem auf Umwegen aus Libyen gekommen sind. In der Stadt Ashdod wurde ein Mann tödlich getroffen. Mehrere andere Personen wurden verletzt. Der Sachschaden geht in die Millionen.



Merken Sie sich bitte unbedingt: der erneute Beschuss hat mit Siedlungen absolut nichts zu tun. Im Gaza-Streifen gibt es keine einzige jüdische Siedlung und auch keine israelische Präsenz - weder zivil noch militärisch. Der erneute Beschuss hat auch nichts mit der Versorgungslage in Gaza zu tun. Dieses Gebiet wird sehr gut versorgt. Gaza hat mit das beste medizinische System in der arabischen Welt. Dort ist die Lebenserwartung bei weitem höher als in den meisten arabischen Staaten (und übrigens auch höher als in der Türkei, die sich so viel Sorgen um Gaza macht).

Der Beschuss ist Ausdruck der religiöser Überzeugung von den Herrschenden in Gaza, dass Juden in diesem Teil der Welt nichts zu suchen haben. Er ist ferner Ausdruck der ideologischen Überzeugung, dass die Juden überhaupt kein Volk sind und daher keine Rechte auf eine eigene, nationale Existenz haben. Also muss der jüdische Staat beseitigt werden. Wie schon gesagt hat es mit jüdischen Siedlungen nichts zu tun. Diese wurden ja aus Gaza komplett evakuiert - und das bereits vor über fünf Jahren. In Gaza gibt es nur noch arabische Siedlungen.

Und nun die gute Nachricht: die militärischen Machthaber in Ägypten machen sich immer mehr Sorgen um die extremistische und agressive Haltung der Hamas. Sie befürchten, dass es der Hamas am Ende doch noch gelingt, Ägypten selbst in einen Krieg mit Israel zu verwickeln. Sie beobachten mit Argwohn, wie die eigene Muslim Brotherhood (zu Deutsch: Muslimbrüder) immer mehr Einfluss am Nil gewinnt. Und sie wissen natürlich, dass die Hamas praktisch ein Teil dieser islamistischen Bewegung ist.

Daraus hat die militärische Führung in Cairo folgende Konsequenz gezogen: es ist höchste Zeit, die Muslim Brotherhood sowie ihren Gaza-Ableger in Schach zu halten. Das ist bei weitem besser als zuzulassen, dass die Hamas noch stärker als bisher vom Iran aus gesteuert wird. Eine Konfrontation mit Muslim Brotherhood kommt nicht in Frage. Dazu ist die radikale islamistische Bewegung viel zu stark. Sie beherrscht ja weitgehend die ägyptische Straße. Also versucht man nun, die Muslim Brotherhood einzubinden, um die Lage in Ägypten selbst zu stabilisiern. Auch die Hamas soll miteinbezogen werden.

Diese Entwicklung ist zu begrüßen. Ägypten hat ja eine lange, gemeinsame Grenze mit dem Gaza-Streifen. Ägypten hat viele Möglichkeiten, die Führung in Gaza zu beeinflussen. In Zukunft wird Ägypten (hoffentlich) Gaza immer mehr versorgen. Nicht umsonst hat Ägypten der Hamas angeboten, ihre politische Zentrale von Damascus nach Cairo zu verlegen. Diese Schritte werden nach und nach vollzogen. Sie werden die militärischen Machthaber in Ägypten mit neuen Hebel ausstatten, um Hamas zu disziplinieren und die Ruhe in und um Gaza zu sichern.

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