Ägypten: für die koptischen Christen bringt die Revolution Chaos und Verfolgung / Egypt Coptic Protest Turns Violent / מהומות דת במצרים

Al Ahram: steuert Ägyptens Militär in Richtung Frieden? / ...diese Bilder lassen Zweifel aufkommen / Al Masry Al Youm: Islamisten beklagen Diskriminierung im Westen, weil Frankreich Gebet auf der Straße verbietet / Watani, koptische Zeitschrift: junge Christen erheben sich... Kirche in Assuan angegriffen... Sit-Ins & Proteste / El Dostor: ...halten unvermindert an



דניאל דגן - Die Juden wurden aus meiner alten Heimat Ägypten (und übrigens aus fast der ganzen arabischen Welt) schon längst vertrieben. Werden auch Christen am Nil das gleiche Schicksal erfahren müssen? Diese Schreckensvision ist nicht von der Hand zu weisen. Die Kopten in Ägypten - immerhin etwa zehn Prozent der Bevölkerung - fühlen sich zunehmend unter Druck. Sie werden nicht nur verdrängt. Sie werden immer wieder auch physisch angegriffen. Unter der neuen militärischen Regierung genießen sie weniger Schutz als vorher.



Diese unglückliche Situation ist von den Machthabern nicht gewollt. Doch sie wird leider geduldet. Das hat damit zu tun, dass im Zuge der Demokratisierung die vielen Islamisten im Land mehr freie Räume bekommen. Sie sind die best organisierte politische Kraft im Land. Sie werden gebraucht und hofiert. Das verstehen sie als grünes Licht für die Durchsetzung ihrer Forderung, den ägyptischen Staat streng nach den Grundsätzen der Sharia (das islamische Recht) zu gestalten.

Bei den jüngsten Unruhen in Kairo und in anderen Städten wurden viele Menschen getötet. Kirchen wurden in Brand gesetzt. Kopten wurden und werden daran gehindert, ihrer Lebensweise und Gewohnheiten frei von Drohungen und Repressionen nachzugehen. Die zunehmende Unterdrückung von Frauen ist typisch. In dieser koptischen Zeitung wird berichtet, dass nun auch christliche Frauen gezwungen werden, in öffentlichen Institutionen und Schulen einen Schleier zu tragen. Das ist ein Alarmsignal.

Watani bedeutet meine Heimat. Watani ist eine koptische Wochenzeitung, die für die Rechte der Christen kämpft. Doch Watani ist zur Zeit ein Rufer in der Wüste. Selbst in der christlichen Welt wird ihre Stimme kaum gehört. Von Ägypten und anderen Teilen Arabiens ganz zu schweigen. Dabei ist die christliche, koptische Tradition in Ägypten noch älter als die muslimische. Mit Recht fordern die Kopten Ägyptens einen besseren Schutz. Diese große und geschichtsträchtige Gemeinde darf nicht untergehen.

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