Libyen wird frei; was bedeutet das für die jüdischen Flüchtlinge aus Libyen? / Also under the new regime: Libyan Jew’s second expulsion from Tripoli… / לוב המשוחררת: הגירוש השני של דויד ג’רבי

Ha'aretz: der Photograph Rafael Haddad trifft in Israel ein / IBA - Israel Broadcasting Authority: Eingang zur Synagoge / Point of no Return: David Gerbi betet in den Ruinen /...so war es einmal / Museum der Juden aus Libyen in Or Yehuda, Israel: Kunstobjekte der jungen Generation



דניאל דגן - Es wäre eine schöne Geschichte. Es hat hoffnungsvoll begonnen. Wie hier berichtet hat ein jüdischer Flüchtling aus Libyen versucht, die Synagoge seiner Kindheit von Trümmern zu befreien. David Gerbi hat es nicht vor, sich in Libyen wieder niederzulassen. Er fordert es auch nicht für die vielen Tausend jüdischen Flüchtlinge, die aus ihrer Heimat gewaltsam vertrieben wurden. Er wollte lediglich den Müll aus dem Gotteshaus wegräumen und notwendige Reparaturen an dem schönen Gebäude veranlassen. Als ein Stück Erinnerung an eine der älstesten jüdischen Gemeinden weltweit.



Der Anfang war vielversprechend. David Gerbi, der in Italien lebt, wurde zunächst mit offenen Armen empfangen und konnte die Synagoge in Begleitung von Rebellen besuchen. Die israelische Website Walla berichtete darüber ausführlich in Wort und Bild (allerdings in Hebräisch).

David Gerbi erinnert sich an seine Vertreibung vor 44 Jahren. Damals war er 12 Jahre alt. In Libyen lebten noch wenige Juden (die meisten wurden schon vorher gezwungen, das Land zu verlassen). Noch versuchte die stark geschrumpfte Gemeinde, ihre Schulen und andere Einrichtungen zu unterhalten. Soweit wie möglich pflegten die Juden gute Nachbarschaft mit der muslimischen Umgebung. Nun war David froh wieder da zu sein, wo alles für ihn anfing...

Doch nur nach wenigen Tagen kam die herbe Enttäuschung. Wie die Radio & TV Station IBA berichtet hat David Drohungen bekommen. Die Rebellen in Tripoli teilten ihm mit, dass er unerwünscht sei. David wurde gezwungen abzureisen. Zurück bleibt die Ruine der Synagoge, die er immer noch herzurichten hofft. Nur als Museum. Zum Gedenken an jüdisches Leben, das es im arabischen Raum kaum noch gibt.

Bereits letztes Jahr hat der israelische Photograph Rafael Haddad (Bild oben links) versucht, die Vergangenheit der jüdischen Gemeinschaft in Libyen zu dokumentieren. Er wurde von den Gaddafi Sicherheitskräften festgenommen und verbrachte einige Monate im Gefängnis. Zum Glück konnte man seine Entlassung aus der Haft durch Verhandlungen erreichen. Nun hoffen libysche Juden in aller Welt, dass das neue Regime ihren Wunsch respektiert, eine kleine Erinnerung an die jahrtausendalte jüdische Geschichte des Landes zuzulassen. Diese Hoffnung darf man auch heute nicht aufgeben.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Happening now at the souq of Netanya, Israel: Libya’s parliament is debating change

The only way to peace: Reparations for Arab AND Jewish refugees

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