Arabische Revolution auf Jordanisch: erstmal auf den Juden herumhacken! / Israel’s ambassador in Jordan evacuated over protest fears / ירדן, פלסטינה, ישראל: חזרה לשורשי הסיכסוך

Jerusalem Post: Botschaftspersonal evakuiert / Ad Dustour, Amman: Ärger über US Veto zu Palästina / Al Arab Al Yawm: doch mit der Gründung des neuen Staates / ...könnte Jordanien sein eigenes Grab schaufeln / Osama Hajjaj in Shihan: welcher arabischer Führer wird als nächster fallen?



דניאל דגן - Wie mehrmals an dieser Stelle betont: die Arabische Revolution ist eine inspirierende, vielversprechende Entwicklung. Wir alle unterstützen jede Bewegung in Rirchtung Demokratie, Transparenz, Rechte für Frauen und dergleichen. Doch hin und wieder kommen Zweifel auf. Ist die Arabische Revolution wirklich das, was wir uns im Westen vorstellen? Gibt es die oben beschriebene Entwicklung tatsächlich? Auf dem Terrain? Oder wurden durch die Umwälzungen auch ganz andere Kräfte freigesetzt, die die arabische Welt ins Chaos, in Extremismus und Islamismus zurückwerfen?



Beispiel Ägypten. Islamisten bekamen Rückenwind und beherrschen weitgehend die Straße. Die israelische Botschaft musste evakuiert werden. Westliche Touristen begeben sich in Gefahr, wenn sie das Land besuchen... nun folgt das Beispiel Jordanien. Viele Demonstrationen gegen den allmächtigen König Abdullah wurden seit Monaten mit harter Hand unterdrückt. Tausende Aktivisten sitzen in Gefängnissen und werden misshandelt.

Aber die Proteste kann das Regime nicht ganz verhindern. Also lässt man doch Einiges zu. Demos gegen Israel werden toleriert. Das haschemitische Königshaus will sie bestimmt nicht. Doch sie erfüllen eine nützliche Ventilfunktion. Hass auf Juden hat ohnehin Hochkonjuktur. Das vorläufige Ergebnis ist, israelische Diplomaten haben Amman verlassen. In Jerusalem kam man zu dem Schluss, dass die Lage einfach zu gefährlich ist.

Die Befürchtungen der herrschenden Dynastie in Amman sind nachvollziehbar. Geografisch sowie demografisch ist Jordanien ein Teil von Palästina. Es wurde vom Gebiet westlich des Flusses Jordan durch die britische Kolonialmacht getrennt, um einem haschemitischen Königshaus aus Hejaz (Saudi Arabien) ein Reich zu geben. Über 80 Prozent der Bevölkerung von Jordanien sind Palästinenser. Diese Fakten kann man nicht wegdiskutieren. Jede denkbare Lösung des arabisch-israelischen Konflikts wird diesen Gegebenheiten Rechnung tragen müssen.

Das weiß natürlich König Abdullah von Jordanien, der große Angst vor einem palästinensischen Staat hat. Sein Stuhl wackelt schon jetzt. Und er wird äusserst gefährdet, wenn die Palästinenser westlich und östlich des Flusses Jordan ihren Anspruch auf einen eigenen Staat erheben und diesen auch in die Tat umsetzen. In welcher Form? Unter welchen Umständen? Das kann niemand voraussagen.

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