Wir schreiben den 11. September 2001… // 10 years after 9/11 // עשור לאסון התאומים

New York Times: so war es mal / Wall Street Journal: New York vergisst nicht / Süddeutsche Zeitung: im Gedächtnis ist das geblieben / The Villager: was kommt aus den Ruinen? / Ann Telnaes in Washington Post: unsere Antwort hat uns selbst geschadet



דניאל דגן - Wie haben Sie den 11. September 2001 erlebt? Wo waren wir gerade? Wann genau und unter welchen Umständen haben Sie vom Geschehen in New York und in Washington erfahren? Lassen wir uns gemeinsam überlegen. Dieser besondere Tag bedeutet viel für uns alle. Meine Erlebnisse von diesem geschichtsträchtigen Tag beschreibe ich gleich unten.



Am 11.09.2001 war ich auf dem Weg von Berlin nach Fulda, wo ich einen Vortrag halten sollte. Meine Gastgeber, Herr Jürgen Strupp und Frau Hiltrud R. Strupp, haben mich vom Bahnhof abgeholt. Wir fuhren zunächst in die Redaktion der Fuldauer Zeitung. Dort sprach ich mit Kollegen, die mich zum Thema Israel befragt haben.

Plötzlich kam ein Anruf aus Jerusalem. Ein Redakteur der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt IBA meldete sich in großer Aufregung: "Die Twin Towers in New York stürzen ein... bald verschwinden sie ganz". Er wollte erfahren, ob es bereits Reaktionen in Deutschland gibt.

Von nun an saßen wir nur noch vor dem Bildschirm und beobachteten fassungslos das Geschehen. Zunächst blieben wir noch eine Weile bei der Fuldauer Zeitung. Die restliche Zeit bis zum Vortrag verbrachten wir bei meinen Gastgebern. Von dort aus bin ich einige Male live auf Sendung gegangen. Die israelischen Kollegen wollten unbedingt wissen, wie die Nachrichten aus den USA in Europa aufgenommen werden.

Eigentlich hätten wir es vorgezogen, die abendliche Veranstaltung abzusagen. Doch es gab keine Möglichkeit, die Teilnehmer zu benachrichtigen. Insofern waren uns die Hände gebunden. Wir haben uns darauf gefasst gemacht, dass nur wenige Leute (oder auch gar keine) kommen würden. Wer will schon einen Vortrag hören, wenn im Fernsehen die dramatischen Bilder pausenlos gezeigt werden?

Als wir den Veranstaltungsort betraten erwartete uns eine große Überraschung. Viele Menschen haben sich bereits in der Kapelle im Vonderau Museum (Jesuitenplatz 2, 36037 Fulda) eingefunden. Immer mehr kamen dazu. Die Menschen wollten einfach zusammen sein. Sie wollten ihre Eindrücke austauschen und den Tag in Gesellschaft ausklingen lassen. Sie wollten in diesen Stunden nicht allein gelassen werden.

Bei dem anschließenden Vortrag habe ich es bewusst vermieden, irgendwelche Spekulationen anzustellen. Ich habe wiederholt betont, dass wir einfach noch keine zuverlässigen Informationen haben. Doch wie die Fuldauer Zeitung berichtet habe ich es natürlich nicht versäumt, über Terrorismus zu sprechen und die unglaublichen Bilder aus New York und Washington zu kommentieren.

Es passte zu meinen Ausführungen. Ich hatte mich ohnehin auf das große Thema vorbereitet, das bei den Anschlägen vom 11.09.2001 auf dramatische Art und Weise noch aktueller und brisanter wurde: die unglückliche Begegnung zwischen dem muslimisch geprägten Orient und dem christlich geprägten Westen.

Lesen Sie bitte auch diesen Beitrag:

Kirche, Moschee, Synagoge: in Berlin trafen sich Bin Laden & Mozart // Remembering 9/11: Can a Mozart opera sway Bin Laden? Berlin gave it a try

_________________________________

Please also follow us on Facebook , Twitter & Yahoo!

Schlagwörter: , , , , , , ,

Anmelden