Nicht nur mit Merkel… auch im Verhältnis zu Israel spielt Erdogan die beleidigte Leberwurst

Spiegel: Erdogan beleidigt, weil Merkel türkische Besatzung kritisiert / mehr EU Abschottung zur Türkei / World Bulletin: auch Bulgarien baut Mauer / Mayk in Euro Press: über die Mauer / Schot zeichnet den libyschen Kuchen; die Türkei ist nicht dabei



דניאל דגן - Die Frustrationen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan sind verständlich. Nennen wir mal telegraphisch einige von ihnen.

Die Bestrebung der Türkei, als Mitglied der EU aufgenommen zu werden sind kläglich gescheitert. Stattdessen baut die EU physische Barrieren zur Türkei auf, die aufgrund ihrer islamistischen Tendenzen zunehmend als ein Problem für das christlich geprägte Europa angesehen wird.

Die Türkei war mit Libyen stark verbunden und hat Muammar Gaddafi massiv unterstützt. Der verspätete Versuch von Erdogan, die Seiten zu wechseln und die Rebellen zu beschwichtigen ist an arabischem und westlichem Widerstand gescheitert.



Die Duldung oder gar Unterstützung der Ambitionen des Iran, Kernwaffen zu entwickeln, hat sich für Erdogan nicht ausgezahlt. Der Iran betrachtet die Türkei zunehmend als nicht zuverlässig. Die Rivalitäten zwischen den beiden wichtigen Regionalmächten wurden erheblich verschärft, da die erhoffte Axe mit Syrien endgültig scheiterte.

Gescheitert ist auch der Versuch von Erdogan, eine Versöhnung zwischen Fatah und Hamas unter türkischer Vermittlung zustande zu bringen. Die palästinensische Führung bleibt zerstritten, die Türkei geriet ins Abseits.

Die türkische Politik Syrien gegenüber ist ein Scherbenhaufen. Erst die Unterstützung von Präsident Bashar Assad. Dann der Schwenk zu massiver Kritik - doch ohne wirksamen Einfluss und ohne wirksame Sanktionen (von direkter Intervention ganz zu schweigen)

Ausser der Türkei selbst erkennt kein Staat der Welt die türkische Besatzung auf Zypern an. Die großen türkischen Siedlungen auf der Insel sowie die militärische Präsenz dort werden von der Weltgemeinschaft als illegal betrachtet.

Die Türkei hat versucht, eine Versöhnung mit Armenien herbeizufüren - jedoch ohne Übernahme von Verantwortung für den Völkermord an dem armenischen Volk. Das armenische Parlament hat die türkische Initiative abgelehnt. Die Spannungen mit dem Nachbarland bleiben bestehen.

In der Frage der Gaza Flotilla hat eine Uno Kommission klar festgestellt, dass die israelische Seeblockade völlig legal ist. Die Türkei handelte rechtswidrig, als sie die IHH Aktivisten massiv unterstützte, die diese Blockade gewaltsam zu durchbrechen versuchten.

Die Türkei unter Erdogan laviert zwischen Islamismus und Treue zur westlichen Allianz. Doch diese Politik ist unglaubwürdig. Bleibt nur noch die Möglichkeit, den jüdischen Staat verbal anzugreifen. Damit hofft Erdogan, in der arabischen und muslimischen Welt zu punkten. Doch wie lange noch? Hassparolen und Hetze können nicht eine seriöse Aussenpolitik ersetzen.

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Eiszeit zwischen Ankara und Jerusalem; die Türkei orientiert sich neu

Mensch Erdogan! Sind Sie immer noch Menschenrechtler à la Gaddafi?

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