Proteste in Israel: The New Deal muss endlich her! / Ongoing social protests; 300,000 take to the streets / ישראל רוצה צדק בחלוקת הנטל

Presseberichte zum Protest / Israel Ha'yom: ein Volk auf der Straße / Avital Alter: selbst Workaholics kommen nicht über die Runden (nach Leda & Swan, Ludwigsburg) / Or Reichert, Jerusalem: Netanyahu & die Schlacht der Zelte / Shlomo Cohen: was nun?



דניאל דגן - Es begann mit einigen Zelten in Tel Aviv. Es hat sich im ganzen Land wie ein Lauffeuer ausgebreitet. Die sozialen Proteste in Israel nehmen zu. Man kann sich darüber nur freuen. Endlich reklamiert die Mehrheit der hart arbeitenden Menschen ihre Rechte. Sie will in Würde leben. Sie will bezahlbaren Wohnraum. Sie will in der Lage sein, über die Runden zu kommen. Sie will nicht mehr hinnehmen, dass von der Früchte ihrer Arbeit Gruppen subventioniert werden, die viele Lasten der Bürger nicht mittragen.



Es gibt in Israel viele gravierende Probleme. Es wird für die Protestbewegung schwierig sein, sich auf ein konkretes Programm zu einigen und dieses wirksam zu vertreten. Schon jetzt versuchen mehrere Organisationen, den eindrucksvollen, gerechten Protest für ihre ideologischen oder politischen Zwecke zu instrumentalisieren. Das ist kontraproduktiv.

Denn es gibt bestimmt einige Eckpunkte, über die es keinen Streit geben soll. Jeder Mensch in Israel, der das kann, muss arbeiten. Jeder Mensch in Israel, der das kann, muss Militär- oder Zivildienst leisten. Die gesellschaftlichen Verzerrungen, die durch eine unkontrollierte Privatisierung entstanden, müssen abgeschafft werden. Die Kluft zwischen Arm und Reich muss begrenzt werden.

Es kann nicht angehen, dass ganze Bevölkerungsteile nur von Zuwendungen des Staates leben. Stärker als bisher muss der Markt für Lebensmittel und andere Produkte aus dem Ausland geöffnet werden, damit die Preise fallen. Gute, zuverlässige öffentliche Verkehrsmittel müssen höchste Priorität haben. Der Wohnungsbau muss vom Staat massiv gefördert werden.

Meine Kolleginnen und Kollegen von mehreren internationalen Medien kommentieren das Geschehen in Israel unzutreffend. Immer wieder kommt das Wort "Siedlungen" vor, obwohl dies im aktuellen Zusammenhang nicht unbedingt relevant ist (die Dörfer und Städte in der Westbank entlasten übrigens den Wohnungsmarkt in Tel Aviv und Umgebung).

Es ist leider bei vielen ein Reflex geworden, alles im jüdischen Staat nur durch den Blickwinkel des arabisch-israelischen Konflikts zu sehen. Es gibt halt auch andere Faktoren und Gegebenheiten. Hier erfahren Sie es regelmässig. Danke für den Besuch.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Israels Leistungsträger fordern gerechtere Lastenverteilung

Israel braucht einen neuen gesellschaftlichen Pakt / A New Deal is overdue

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