Yuri meldet aus Japan: die nächste Schreckensnachricht ist bereits da! / Cup win helps lift spirits, but ravaged nation is facing a new catastrophe / יפן: אחרי הגביע הטייפון

Ashai Shimbun: strahlende Siegerinnen in Tokyo / Fussball - auch für Frauen geeignet! / The Japan Times: Schlagzeilen zu Fussball UND Fukushima / Fukui Shimbun: Bücher für Kinder im Katastrophengebiet / Werbung für Lebensmittel; kontaminiert oder nicht?



דניאל דגן - Unsere japanische Freundin Yuri lebte lange Zeit in Europa. Als sie unseren Kindern Klavierunterricht gab, haben wir viel über die japanische Gründlichkeit und Zielstrebigkeit gelernt. Das sind Tugenden, die gelegentlich bei uns fehlen. Auch sonst konnte uns Yuri Wissenswertes aus dem Land der aufgehenden Sonne beibringen. Diese Gesellschaft hat einen einzigartigen Weg gefunden, alte Traditionen mit den Bedürfnissen der Modernität zu verbinden.



Beim Frauen-Fussball konnten wir alle miterleben, wie japanische Werte den Erfolg bringen. Die Spielerinnen aus Japan waren eigentlich unterlegen. Doch sie hatten ihre Stärken und Schwächen gut im Blick und wendeten die passende Taktik an. Zudem waren sie konzentrierter als ihre amerikanischen Gegnerinnen. Vor allem hatten sie die besseren Nerven. Das wirkte!

Natürlich haben wir es nicht versäumt, Yuri zum japanischen Sieg zu gratulieren. Yuri bedankte sich herzlich aus der Ferne. Anschließend erzählte sie, was nun auf ihr Land zukommt: Ein Supertaifun gröster Stärke... weitere Nachbeben... Warnung vor Lebensmitteln, die möglicherweise kontaminiert sind... Japan braucht seine Tugenden mehr denn je, wenn es wieder auf die Probe gestellt wird.

Berlin Mitte: Fukushima erreicht die Wilhelmstraße

Ein Freund wollte mich gestern zum japanischen Restaurant in der Wilhelmstraße in Berlin Mitte einladen. Dieser Sushi Club, wie er sich modern nennt, serviert aber kein japanisches Essen mehr! Gleich am Eingang steht die Ankündigung überdeutlich. UNSER Fisch kommt NICHT aus Japan. Ich dachte mir: wo bleibt das Japan-Erlebnis im japanischen Restaurant, wenn nichts mehr aus Japan kommt? Wir haben auf Sushi verzichtet und gingen einige Schritte weiter zur Peking Ente. Da ist China immer noch chinesisch. Viele Produkte kommen aus dem Reich der Mitte, wie man uns versprach.

Discovery: wer schützt den Ozean? / Elkin in Ria Novosti, Moskau: Fisch nur noch als Dekoration? / Mail Online, London: das ist nicht mehr genießbar / Groupon-Werbung in Tokyo: Schleuderpreise... bloß unsere Produkte kaufen... / Luo Jie in China Daily: Vorsicht geboten! / IDF: israelischer Arzt leistet Hilfe in Japan

Mein nicht-erlebtes Sushi-Erlebnis zeigt, wie klein unsere Welt geworden ist. Eine Katastrophe in Japan hat direkte Auswirkungen auch hier in Berlin Mitte. In Deutschland übrigens produzieren die schlechten Nachrichten aus Fukushima mehr Schlagzeilen als sonstwo. Das wurde vom japanischen Botschafter kritisiert. Merkwürdig: selbst in japanischen Zeitungen habe ich nicht SO viele Hiobsbotschaften entdeckt wie hierzulande. Die Deutschen sind besonders empfindlich, was die Warnungen vor der Nutzung der Atomenergie angeht.



Davon ganz abgesehen steht aber fest: die Natur - unsere Lebensgrundlage - kann ein Land allein nicht schützen. Das ist eine Aufgabe, die nur in enger, internationaler Zusammenarbeit zu meistern ist. Es fehlen tragbare Konzepte. Es fehlt an der Bereitschaft, wichtige Kompetenzen von nationalen auf regionale oder gar weltumfassende Institutionen zu verlagern. Es fehlen Bestimmungen, die weltweit gelten. Es fehlen Kontrollmechanismen. Fukushima ist überall!

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