Plagiat im GROßEN Stil: Huffington zeigt Hutchison, wo es lang geht / Arianna teaches Alice: when you plagiarize, take responsibility and settle

Huffington Post: Medienbericht aktuell / Simon Dumenco in AdAge: ein Plagiat-Opfer beschreibt seinen Fall / AdWeek: Interview zum Plagiatfall; Geständnis & Konsequenz / Gawker Medienblog: Kritik an Huffington Post; doch Arianna sieht ein & korrigiert!



Die große englischsprachige Online-Zeitung Huffington Post hat zugegeben: unsere Mitarbeiterin hat abgeschrieben, ohne die Quelle genannt zu haben. Chefredakteurin Arianna Huffington hat schnell reagiert und die Mitarbeiterin fristlos entlassen. Der verantwortliche Redakteur bei Huffington Post, Peter Goodman, entschuldigte sich beim Opfer des Plagiats und stellte fest: Bei uns hat man "Null Toleranz für so ein Verhalten".



Für den deutschen Medien-Spezialist Meedia war der erneute Plagiatfall eine Topstory wert. Kein Wunder. Denn in Deutschland ist die Sensibilität für das schwere Vergehen Plagiat im letzten Jahr enorm gewachsen. Wie der Fall Chatzimarkakis zeigt toleriert man es nicht mehr, wenn Autoren nach Herzenslust abschreiben, ohne die Quelle anzugeben. Das ist geistiger Diebstahl. Das darf einfach nicht geschehen.

Doch was tun, wenn es doch geschieht? Wir sind ja alle nur Menschen. Wir haben Schwächen. Es gibt Verfehlungen. Arianna Huffington hat nun gezeigt, wie man richtig handelt. Sie hat Konsequenzen gezogen. Und damit hat sie ein wichtiges Signal gesetzt. Wer Plagiat begeht, der muss Haftung übernehmen und für seinen schweren Fehler zahlen.

Das sollte sich Plagiat-Autorin Alice Hutchison endlich zu Herzen nehmen. In ihrem Buch über den wichtigen US-Filmemacher Kenneth Anger hat sie massiv von anderen Autoren abgeschrieben. Dieser schwerwiegende Plagiatfall wurde ausführlich dokumentiert und von der Humboldt Universität zu Berlin auf das Schärfste verurteilt.

Dennoch weigert sich Alice Hutchison, für ihr eklatantes Vergehen Verantwortung zu tragen. Gravierender wird der Fall dadurch, dass auch der britische Verleger Black Dog Publishing das Plagiat toleriert oder gar deckt. Der Chef des Verlags, Duncan McCorquodale, ist auch nach Jahren nicht bereit, Haftung für das Fehlverhalten seiner Autorin zu übernehmen. Das ist bedauerlich. Denn ansonsten wirkt McCorquodale an interessanten Büchern mit, wie dieser Bericht belegt.

Das "unredliche" Verhalten von Plagiat-Autorin und Verleger (wie von einem deutschen Gericht wörtlich bezeichnet) bleibt ein wichtiges Thema, das noch lange aufgearbeitet wird. Bis eben Alice und Duncan die Lehre von Arianna verstehen.

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