Irrgarten Energiewende: Ausstieg & Einstieg; national & international / Arab states turn to nuclear energy to meet electricity demand / אנרגיה גרעינית: האירופים סוגרים תחנות כוח, הערבים משקיעים בתכנון ובנייה

Frankfurter Rundschau: "Merkel bedarf der Weisheit" / FAZ : Irrgarten Energiewende / Casal in Le Nouvelliste, Schweiz: welche Brennstoffzelle demnächst nehmen? / Mercenier in Nouvel Observateur, Paris: Japan erinnert an Zeitbombe Atom / Lidwine in Nucleaire Non Merci, Frankreich: übertriebener Energiebedarf; "was soll ich bloß machen?"



דניאל דגן - Die Meldung des Tages kommt wieder aus dem Orient. Nämlich aus den United Arab Emirates. Es geht jedoch nicht um die vielzitierte arabische Revolution. Die Meldung lautet: die arabischen Golfstaaten - die ja über enorme Erdölreserven verfügen! - setzen auf Kernenergie. Auf einer Konferenz in Dubai berieten sie darüber, wie der Einstieg (nicht Ausstieg!) in das Nuklear-Zeitalter einigermaßen sicher gestaltet werden kann. Dabei bekamen sie Rat vom ägyptischen Politiker Mohamed Al Baradai, der ebenfalls Kernkraftwerke befürwortet. Doch der frühere Chef der Wiener International Atomic Energy Agency gibt zu bedenken, dass mehr als bisher die Sicherheit der Anlagen geprüft werden muss. Keine Schließung. Einfach mehr Sicherheit.



Ist das nicht absurd? In Europa denkt man teilweise darüber nach, wie man aus der Atomenergie so schnell wie möglich aussteigt. In Deutschland ist es schon ein definitives Regierungsprogramm. Gleichzeitig aber exportieren Europäer - allen voran die Franzosen - Nukleartechnologie nach Arabien. Der Iran hat schon längst Nuklearanlagen aus Europa bezogen. Auch Südkorea beteiligt sich am lukrativen Geschäft. Denn: im Orient betrachtet man die Atomenergie als eine Quelle des Nationalstolz sowie als eine wichtige Absicherung für die Zukunft. Und man will gerne einen Zustand erreichen, indem man selbst diese äusserst komplizierte (und nicht ungefährliche) Technologie ohne Hilfe von Außen beherrscht.

Die friedliche Nutzung der Atomenergie hat Für und Wider (in Deutschland wohl nur noch Wider). Doch eins ist klar: die Zukunft dieser Technologie ist ein Problem für die Weltpolitik. Im nationalen Rahmen kann man dieses Problem nicht lösen - schon gar nicht in Europa, das so dicht besiedelt ist und so viele Nuklearanlagen auf engstem Raum bereits hat. Die Kernenergie braucht einen Ausstieg aus der nationalen Debatte und einen Einstieg in die internationale Diskussion. Nur so wären die neuen Regelungen und Festlegungen sinnvoll.

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