Unterstützt die Schweiz die arabische Revolution? Herrmann (Tribune de Genève) hat berechtigte Zweifel / Happening now at the souq of Netanya, Israel: Libya’s parliament is debating change / מה אומרים בנתניה? לוב והמהפיכה

TAZ: flieht Gaddafi tatsächlich? / Petar Pismestrovic in Basler Zeitung: Gegenwind! / Libyen droht! / Herrmann in Tribune de Genève: Micheline Calmy-Rey vor der Presse / Yedioth, Israel: das libysche Parlament tagt in Netanya



דניאל דגן - Ausgerechnet die Schweiz will gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen kämpfen! Außenministerin Micheline Calmy-Rey hat angekündigt, dass die Konten von Libyen in der Eidgenossenschaft eingefroren werden! Zudem wird die Schweiz kein Erdöl aus Libyen beziehen! Der begabte Zeichner von Tribune de Genève, Gerald Herrmann, scheint nicht daran zu glauben. Er denkt, dass die Erklärung lediglich ein Witz sei. Meine lange, angeborene Orient-Erfahrung so wie meine hart erworbenen Kenntnisse von Europa sagen mir, dass Herrmann recht hat. Ich schließe mich seiner Bewertung an.



Es ist traurig aber wahr. Die Schweiz, der Westen und eigentlich die ganze Welt werden die Kräfte und die Herrscher unterstützen, die aus dem gegenwärtigen Bürgerkrieg in Libyen als Sieger hervorgehen. Wenn sich Gaddafi an der Macht halten sollte, wird er wieder lukrative Geschäfte mit der Schweiz machen. Wenn andere in Libyen die Macht übernehmen, werden diese Personen (wer auch immer sie sind) über Konten auf Schweizer Banken verfügen. So war es bisher mit dem Verhältnis zu Arabien. So wird es auch bleiben.

Was lernen wir aus diesem Umstand? Wir lernen, dass die Menschen im Orient es selbst schaffen müssen, ihre Gesellschaft tatsächlich zu verändern und zu modernisieren. Keiner wird es für Sie machen. Schon gar nicht die tüchtige Micheline Calmy-Rey, die von der aktuellen Welle der Begeisterung und Euphorie profitieren will. Aber auch nicht Catherine Ashton, die nun wie ein Wasserfall so schön über Revolution redet. Selbst nicht Angela Merkel. Nicht mal Barack Obama!

Im Zusammenhang mit der Situation in Libyen rate ich dazu, auf die jüdischen Flüchtlinge zu hören, die vor langer Zeit aus ihrer libyschen Heimat vertrieben wurden. Viele von ihnen leben in Israel. Mit anderen orientalischen Juden machen sie knapp die Hälfte der Bevölkerung des Landes aus. Auf dem Markt (שוק in Hebräsich, سوق in Arabisch, Souq in Englisch) der Küstenstadt Netanya tagen sie regelmässig und diskutieren sehr kompetent. Das ist zur Zeit das authentischste Libysche Parlament. Diese Experten verfügen über die aller besten Kenntnisse. Das ist weltweit die beste Institution, die uns Einblicke in die verwirrende Lage verschafft.

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