Ägypten zwischen Euphorie und Ernüchterung: Anschlag auf Pipeline macht den Westen nachdenklicher / Egypt Turmoil: are SuMed Oil Pipeline & Suez Canal threatened? / פיצוץ צינור הנפט הביא לשינוי בעמדת המערב כלפי מצרים

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Bis vor zwei Tagen herrschte Euphorie. In Washington und in einigen europäischen Hauptstädten hieß es, dass der Wechsel in Ägypten sofort stattfinden muss. Präsident Hosni Mubarak wurde gedrängt, sein Amt unverzüglich niederzulegen. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass der Westen die Führung der Revolution übernimmt. Fast schien es so, dass EU Außenministerin Catherine Ashton beauftragt wird, nach Kairo zu fliegen und den Machtwechsel zu organisieren.



Seit Gestern hat sich der Ton geändert. Vernunft kehrt zurück. Auf der Sicherheitskonferenz in München sagte der Beauftragte von US Präsident Barack Obama für Ägypten, dass Mubarak noch eine Weile im Amt bleiben soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab den Ägyptern Revolutionstipps. Die wichtigsten Punkte: Ruhe bewahren; keine Voreile; erst die Strukturen, dann die Wahlen; keine Einmischung von Außen zulassen.

Diese neuen Stimmen kamen kurz nach einer Hiobsbotschaft, die den Westen zittern ließ: eine ägyptische Pipeline in Sinai wurde in die Luft gesprengt. Es ist eine relativ unbedeutende Pipeline, die Erdgas nach Jordanien transportiert. Doch was wird mit der SuMed Pipeline (vom Roten Meer zum Mittelmeer), die Europa mit großen Mengen von Erdöl versorgt? Was ist mit dem Suez Canal, der eine strategische Bedeutung für den Welthandel hat?

Was in Ägypten stattfindet geht uns alle an. Es ist daher richtig, die Revolution mit Sympathie zu begleiten. Doch wer Verantwortung trägt - in Washington, in Brüssel und anderswo - muss die Konsequenzen eines ungeordneten Machtwechsels vor Augen haben. Täglich verliert die ägyptische Wirtschaft Millionen, weil das Land praktisch paralysiert ist.

Chaos und Destabilisierung helfen niemandem. Weder Ägypten noch dem Westen. Schon gar nicht den Demonstranten auf dem Tahrir Square, die für Brot und Arbeit auf die Straße gingen.

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