Ob in Afghanistan oder im Irak: die Ziele des Westens werden vor Ort ganz anders wahrgenommen / Afghanistan & Iraq at War: what Obama sees is not what America gets / על מלחמות טובות ורעות: כשלון אמריקני גם באפגניסטן, ה“בייבי“ של אובמה

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דניאל דגן - Die USA verabschiedet sich vom Irak. Für Präsident Barack Obama lautet das Fazit: mit dem bald abgeschlossenen Abzug wurde ein ungerechter Krieg beendet. Amerika konzentriert sich nun verstärkt auf das militärische Engagement in Afghanistan. Dieses - im Gegensatz zu Irak - betrachtet Obama als sinnvoll und gerecht. Denn da geht es (angeblich oder auch tatsächlich) um das vielzitierte Ziel Bekämpfung des internationalen Terrorismus.



Diese Darstellung reflektiert eine westliche Betrachtungsweise. Sie ist sicherlich wohlwollend. In beiden Ländern interveniert der Westen, um bestimmte und auch noble Werte sozusagen zu importieren: Freiheit. Demokratie. Rechte für Frauen. Transparenz. Das ist gut gemeint und am Rande hin und wieder auch wirksam. Doch der Schein trügt. Denn diese schöne, teilweise naive westliche Haltung entspricht ganz bestimmt nicht der Wahrnehmung der Menschen im Irak oder in Afghanistan.

Realistischerweise muss man unmissverständlich feststellen: Die meisten Menschen - sowohl im Irak als auch in Afghanistan - wollen oder können die westlichen Werte nicht verinnerlichen oder gar umsetzen. Für sie ist die westliche militärische Präsenz eine Parteinahme für eine bestimmte Volksgruppe im Land (im besten Fall) oder eine Unterjochung von Aussen (im schlimmsten Fall). Der Kampf gegen Al Kaida und andere Terrorgruppen gerät dabei in den Hintergrund.

Die ethnische und religiöse Vielfalt im Irak and in Afghanistan wird im Westen als Bereicherung und Pluralismus verstanden. Doch vor Ort ist es Anlass für einen Dauerkampf, der täglich Opfer kostet. Beide Staaten wurden übrigens durch die Kolonialmacht Großbritannien errichtet, ohne dass es dafür die notwendige Koherenz und innere Integrität gab. Es ist also kein Zufall, dass die Einheit im Irak und Afghanistan immer wieder nur durch massive Gewaltanwendung bewahrt werden konnte.

Leider ist zu befürchten, dass die Kämpfe unter den rivalisierenden Volksgruppen weiterhin das Geschehen im Irak und Afghanistan bestimmen. Daran kann auch Obama nichts ändern. Die Iraker bzw. die Afghanen werden letzlich selbst darüber befinden müssen, ob sie die territoriale Intergrität behalten, und wie sie das jetzige (oder neue) Staatswesen gestalten. Dass dieser Prozess sehr schmerzhaft und möglicherweise blutig sein wird zeichnet sich schon jetzt ab. Ein Prozess von Nation Bulding kann nicht aus Amerika kommen. Auch beim besten Willen nicht.

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