Islamischer Gottesstaat am Bosphorus? Recep Tayyip Erdoğan sagt es nun auf Türkisch

The Modern Tokyo Times: Gottestaat Türkei? / Bridges for Peace: Übernahme durch Islamisten? TAZ: Erdoğan mit Angela Merkel: "ich verstehe nur Bahnhof!" / Wikipedia: das teilweise von der Türkei besetzte Kurdistan / Symbol der Kämpfer für ein freies Kurdistan / Patdollard.com: türkischer Einsatz gegen Kurden / Armenian Weekly: trotz Abmachungen - die türkische Blockade hält an / Ethic News, New England, USA: armenisch-türkische Grenze bleibt dicht / BBC: türkische Mauer auf Zypern



דניאל דגן - Machen wir uns nichts vor: die Türkei orientiert sich ganz neu. Wer das nicht sieht, der übersieht eine sehr bedeutsame weltpolitische Entwicklung, die das Verhältnis zwischen dem christlich geprägten Westen und dem muslimisch geprägten Orient für viele Generationen nachhaltig beeinflussen kann.



Für die Neuorientierung gibt es gute Gründe: die Radikalisierung der muslimischen Welt, die immer weiter zunimmt. Das größere Gewicht der Muslime in der westlichen, vor allem europäischen Gesellschaft. Die gutgemeinte, doch leider unklare Haltung der US Administration von Präsident Barack Obama, der sich zunächst von naiven Vorstellungen leiten liess und nun vor einem aussenpolitischen Scherbenhaufen steht.

Entscheidend aber auch ist dieser Faktor, der im Westen wenig Beachtung findet: durch die Auflösung der Sowjetunion konnten sich mehrere türkisch-sprechende Völker in Asien befreien. Nun kommen sie immer näher zusammen. Zunächst kulturell. Doch zunehmend auch politisch. Natürlicherweise spielt die Türkei die Führungsrolle. Die türkische Sprache und die Rückbesinnung auf alte, muslimische Werte sind die Bausteine eines neu zu gestaltenden politischen Raums, der die Realität im mittleren Osten und in Zentralasien völlig verändern wird.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ist die Hauptperson, die diese Entwicklung erkannte. Nun forciert er sie im eigenen Land. Nicht zuletzt dadurch, dass er die muslimischen Werte so auslegt, dass sie immer weniger im Einklang mit dem bis dato laizistischen Character der Türkei stehen. Liberalismus, Offenheit, Rechte für Frauen... diese Grundsätze werden immer weiter zurückgedrängt. Erdoğan lässt seine Gegner verhaften. Er verunsichert diejenigen, die den Prinzipien von Mustafa Kemal Atatürk treu bleiben wollen. Er unterdrückt sie brutal. Er paktiert mit den iranischen Ayatollahs. Er führt eine neue Mischung von nationalistischer, religiöser Rethorik ein, die zum Ziel hat, die Massen für sein Projekt "Islamische Republik" zu gewinnen.

Das sagte Erdoğan unter anderem:

- Ein Moslem kann nie Selbstmord begehen...

- Wir werden alle unsere Schulen in İmam Hatips [religiöse Schulen] verwandeln - Cumhuriyet, Sept. 9, 1994

- Dem Allmächtigen sei Dank... ich bin ein Diener der Shari'a ’شريعة (heilige Koran-Gesetzgebung) - Milliyet, Nov. 21, 1994

- Ich bin der Imam von Istanbul - Hürriyet, Jan. 8, 1995

- Ich unterstütze den Vorschlag, bei der Eröffnungszeremonie des Parlaments Passagen vom Koran vorzulesen - Milliyet, Jan. 8, 1996

Ist alles schon vorbei? Gibt es schon die neue, islamistische Türkei? Entsteht in Ankara bzw. Istanbul eine berüchtigte Republik nach iranischem Muster? Nein, keineswegs! Der politische und gesellschaftliche Kampf geht erst los. Die liberalen Kräfte werden nicht ohne weiteres aufgeben. Eine Schlacht der Ideen ist vorprogrammiert. Im Ernstfall könnte es leider auch zur Gewaltanwendung kommen.

Um die Entwicklung doch noch abzuwendenbrauchen die liberalen Kräfte in der Türkei moralische und ideologische Unterstützung vom Westen. Doch diese bleibt ihnen versagt. Im Gegenteil. Es entsteht eine gefährliche Allianz von gewaltbereiten Islamisten und sogenannten "Liberalen" und "Linken", von denen viele nützliche Idioten sind.

Erdoğan gelingt es immer mehr, die intelektuelle Elite in vielen westlichen Ländern für seine Ziele zu manipulieren. Zurzeit wirken diverse NGOs - die sich angeblich für "Menschenrechte" einsetzen - an einer riesigen Täuschung der Weltöffentlichkeit aktiv mit. Ganz im Sinne von Erdoğan und seinen islamistischen Vorstellungen einer neuen Türkei. Es ist übrigens auch im Sinne des iranischen Präsidenten Ahmadineschad, der ja schon angekündigt hat, die nächste Gaza-Armada der sogennanten Friedensaktivisten mit Schiffen der Revolutionsgarde begleiten zu wollen.

Lesen Sie bitte auch diese Beiräge:

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Osmanisches Reich? die Türkei orientiert sich neu

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