Klein Venedig in Bayern / Bamberg: Smoked Beer (Rauchbier) is just an option, not a must / לא יאומן כי יסופר… וונציה הקטנה בבוואריה

Bilder aus Bamberg



Bayern und sein Bier hat mich schon immer fasziniert. Vor wenigen Tagen pilgerte ich mit Freunden und Verwandten nach Bamberg - die Stadt des Rauchbiers. Die Erlebnisse beschrieb Ingo Herberger, der mich auch gleich durch das ungewöhnliche Rauchbier-Erlebnis führte.



Out of Bamberg: Smoked Beer for the World

Bamberg, die alte Bischofsstadt wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut und liegt in der oberfränkischen „Region des Geniessens“, wie der eigene Slogan verkündet. Eine kühne Behauptung, wenn man an die regionale Spezialität „Rauchbier“ denkt, die ja etwas gewöhnungsbedürftig ist. Doch gleich vorab die Entwarnung: niemand hier wird gezwungen, die dunkle Flüssigkeit zu sich zu nehmen, die aus geräuchertem Malz hergestellt wird.

Bamberg und sein Rauchbier

Ansonsten ist die kleine Stadt eher symphatisch und leicht per pedes zu erkunden. Hinauf in einen kleinen Biergarten mit Blick auf „Klein Venedig“- eine Fischersiedlung, die aus mehreren Häusern besteht und, ebenso wie das „Alte Rathaus“ auf Holzpfählen errichtet ist .

Einer Sage nach wollte der Bischof von Bamberg den Bürgern kein bischöfliches Eigentum überlassen. Also rammten die Bamberger Pfähle in die Regnitz und schufen eine künstliche Insel inmitten des Flusses, auf der sie ihr Rathaus bauten. Damit markiert die Lage gleichzeitig auch die Herrschaftsgrenze zwischen bischöflichem Berg und bürgerlicher Inselstadt. Der älteste Teil des Alten Rathauses der Brückenturm aus dem 14. Jahrhundert überspannt „die Obere Brücke“ und öffnet zu beiden Seiten den Blick auf ein pittoresques Stadtbild.

Überragt vom fast 1000 Jahre alten Dom stellt diese Stadt mit ihrer grossen Anzahl liebevoll instandgehaltener Gebäude aus den unterschiedlichen Epochen der Romanik bis Barock ein Gesamtkunstwerk dar. Dieses Schatzkästlein mit dem ältesten Stadtkern Deutschlands wurde 1993 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Von Ingo Herberger

Der Kaiserdom beherrscht mit seinen vier Türmen eindrucksvoll den Domplatz und wird eingerahmt von der Neuen Hofhaltung (Residenz) sowie der Alten Hofhaltung. In seinem Inneren steht der berühmte Bamberger Reiter. Die Plastik ist das größte Rätsel des Domes.Trotz zahlreicher Nachforschungen ist die Identität des Reiters bis heute nicht geklärt, noch viel weniger die des Künstlers.

Im Dom liegt auch das Grabmal Kaiser Heinrich II, dem Gründer des Bistums Bamberg  und seiner Gemahlin Kunigunde. Geschaffen wurde es von Tilmann Riemenschneider, der dafür 14 Jahre benötigte.

So lange braucht man allerdings nicht um diese Stadt zu erkunden. Die Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander; und auf einem Spaziergang geballte Kultur mitzunehmen lohnt sich allemal.

Abschied von Bamberg läßt sich gut mit einer schönen Aussicht über den Dächern nehmen. Zum Beispiel im hoch über der Stadt gelegenen „Spezial Keller“, der gar kein Keller ist und über einen grossen Biergarten verfügt. Typisch Bamberg: Hier wird nur die Spezialität Rauchbier serviert und kein anderes Bier! Von den Gästen wird also erwartet, dass sie sich in die lokalen Gepflogenheiten einfügen – eigentlich eine gute Eigenschaft; selbst dann, wenn es speziell beim Rauchbier nicht immer leicht fällt...

Bierkenner und Bamberg-Begeisterte sagen übrigens, dass nach dem fünften oder sechsten Glas das Rauchbier jedem Gast schmecken würde... ob Sie es glauben oder nicht: beim wunderbaren Blick lohnt der Versuch, diese Behauptung auf die Probe zu stellen. Zumal die Möglichkeit besteht, dass zwischendurch das Rästel um den Bamberger Reiter doch noch gelüftet wird.

 

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