Pakistan blutet: für den Westen? für sich selbst? / Islamabad: War of Choice – or a vested interest in crushing the Taliban? / מאבק בטרור: פקיסטן משלמת את המחיר

Daily Mail, London: hier im ehemaligen Kolonialgebiet geschah der Angriff / Los Angeles Times: die USA beobachtet mit Sorge / BBC: ...und ist empört und verärgert / Daily Express, Afkarejahan: pakistanische Medien zeigen den Horror, der zur täglichen Realität wurde / Pakistan Times: im Parlament versucht President Asif Ali Zardari, Reformen durchzusetzen / ...die Föderalismus und Demokratie stärken sollen / The Statesman: ...was durch Amendments (Ergänzungen) der Verfassung geschehen soll / ...angeblich im Sinne der von Extremisten ermordeten Politikerin Benazir Bhutto, die hier von Zardari geehrt wird / New Yorkl Times: dieser Gastautor äussert Zweifel, ob Pakistan den Westen überhaupt unterstützen soll / The Statesman: ...besonders in Afgahnistan, wo President Hamid Karzai die Stammesführer zu beruhigen versucht / Pakistan hat ja genug andere Probleme - Beispiel soziale Unruhen / Akhbare Jehan, Familienmagazin: ...und will sich um die eigenen Menschen kümmern; hier eine nationales Schöneheitsidol



דניאל דגן - Fast täglich erlebt Pakistan ein Blutbad auf offener Straße. Islamistische Extremisten, die wohl noch sehr viel Rückhalt in der Bevölkerung genießen, lassen Bomben auf Marktplätzen hochgehen, oder sprengen sich selbst in einer Menge von Passanten in die Luft. Oder - wie jetzt wieder - greifen Einrichtungen an, die aus ihrer Sicht die gehasste westliche Kultur repräsentieren: ein US Konsulat; französische Entwicklungshelfer; ein Zentrum der UNO...



Ziel der Islamisten ist es, Chaos zu stiften und Pakistan zu schwächen. Denn die Talibans - die ja auch in Afghanistan gegen die internationale Streitmacht ISAF kämpfen - dulden keine demokratischen Institutionen im westlichen Sinne. Sie wollen unbedingt durchsetzen, dass nur die Gesetze der Sharia 'شريعة - also die vom Koran gegebenen Grundsätze herrschen. Sie hassen es, wenn pakistanische Parteien und Politiker nach demokratischen Regeln handeln. Diese Reglen sind den Islamisten ein Dorn im Auge. Sie wurden aus dem christlichen Abendland importiert. Sie haben im muslimischen Pakistan oder im benachbarten Afghanistan nichts zu suchen.

In Pakistan braucht man kein Islamist zu sein, um Zweifel zu hegen. Viele Politiker - auch diejenigen, die für eine enge Zusammenarbeit mit dem Westen eintreten - äussern immer wieder große Bedenken. Die wiederholten amerikanischen Forderungen nach mehr Hilfe im Kampf gegen die Talibans verstehen sie als unzulässigen Druck. Und sie denken und sagen, dass dies dem Extremismus Wasser auf die Mühle gibt. Die vielen Anschläge beweisen es, meinen sie.

Pakistan blutet, weil es zu einer zentralen Front geworden ist. Eine Front einerseits zwischen dem muslimisch geprägten Orient und dem christlich geprägten Westen. Doch auch eine Front zwischen gemässigten Muslimen, die ein Stück mehr Offenheit, Transparenz, Demokratie und Rechte für Frauen wagen wollen - und vielen strenggläubigen, die die traditionelle Herrschaft der islamischen Gesetze überall im Lande durchzusetzen versuchen.

Mit Waffengewalt ist diese komplizierte Konfrontation nicht zu lösen. Sie erfordert viel Geduld und gegenseitige Toleranz. Sie wird langwierig sein. Vor allem bedarf sie einer mutigen, kompetenten, religiösen islamischen Autorität, die die Koran-Vorschriften so auslegt, dass sie sich mit einer modernen Gesellschaft besser vertragen.

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