Aufsteigende Macht Brasilien: neue Baustelle Weltpolitik / Superpower Brazil? in the Middle East and beyond – Lula is leading in a new direction / ברזיל: לא רק קרנבל וכדורגל

Diario de Araxa: Fussaball Ja - doch nicht nur! / Streifen wie diese werden noch mehr als in Hollywood produziert... / Brasil Noticia: ...wobei die Entwicklung rasant und explosiv wie im Film läuft / Jornal do Commercio, Jornal do Dia: Krise hin oder her - Bruttosozialprodukt steigt und steigt und steigt... / Guardian: auch beim Karneval - aufsteigende Macht zeigt Konturen; diese Impressionen beeindrucken die ganze Welt! / News Vine: Instandsetzung der Christus-Statue in Rio de Janeiro / Brazil Post: nun hofft Präsident Lula, einiges auch politisch zu renovieren; er greift im Konflikt um den Iran ein und fordert Dialog statt Sanktionen / Libération: ...auch wenn in Teheran Angst und Unterdrückung herrschen



דניאל דגן - Der Präsident von Brasilien, Luiz Inácio Lula da Silva, ist ein Self-Made Man. Er kommt aus kleinen Verhältnissen. Sein Aufstieg ist das Ergebnis harter Arbeit. Er hat seinen phänomenalen Erfolg mit den eigenen Händen erarbeitet. Dabei hat er allerdings einen Finger verloren - und zwar als Facharbeiter, der er früher war.



Auf dem Weg nach oben hat Lula schon mal einen Streik von über einer Million Arbeitern organisiert. Das ist eine Leistung, die seinesgleichen sucht. Er ist wohl der populärste Politiker in ganz Südamerika. Vielleicht in der ganzen Welt. Er glaubt an Dialog und Annährung. Er will unbedingt sein Land verbessern - und nun auch noch die Welt.

Die Welt verbessern? Vom Entwicklungsland Brasilien aus? Klingt das nicht so traumtänzerisch wie der Karneval von Rio? Nicht laut Lula, der ganz neue Realitäten sieht. Brasilien ist schon heute eine führende Wirtschaftsmacht. Bald vielleicht an fünfter oder gar vierter Stelle in der Welt. Das Potential für Wachstum ist enorm. Der südamerikanische Riese steigt so schnell auf, wie Lula selbst es in seiner unglaublichen, eigenen Karriere vormachte. Mit Brasilien muss man also rechnen!

Die Wirtschaftsdaten sprechen für sich. Und sie beflügeln auch weltpolitische Ambitionen, die bisher kaum sichtbar waren. Lula hält die jetzigen Strukturen der UNO für anachronistisch und nicht zeitgemäss. Der Weltsicherheitsrat, der ja so viel Macht und Einfluss hat, wäre eine veraltete Institution. Brasilien will nun einen Platz in der vordersten Reihe einnehmen. Ganz sicher vor Frankreich und Großbritannien. Vielleicht auch noch vor der europäischen Union, die ja auch heute - trotz Reformen - immer noch nicht als eine geschlossene politische Einheit auftreten kann.

In diesen Tagen will Lula Flagge im Nahen Osten zeigen und die Region besuchen. Seine Unterstützung für den jüdischen Staat wird Lula auch bei einer Rede vor der Knesset in Jerusalem bekräftigen. Gleichzeitig will er auf einen schnellen Ausgleich mit den arabischen Nachbarn drängen. Und er glaubt, mit frischen Ideen zu kommen, die die erhoffte Annährung herbeizaubern könnten...

In Brasilien leben sehr viele arabische Einwanderer aus dem Libanon. Auch viele jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern haben sich in São Paulo oder in Rio de Janeiro niedergelassen. Beide Volksgruppen leben in Harmonie und verstehen sich gut, meint Lula. Warum soll es im Nahen Osten anders sein?

Lula geht noch ein Schritt weiter. Er will auch im Streit um das Nuklearprogramm des Iran vermitteln. Im Gegensatz zu Deutschland lehnt er Sanktionen gegen Teheran strikt ab. Er glaubt, durch einen Dialog doch noch eine Lösung zu finden. Vor kurzem rollte er den roten Teppich für den iranischen Präsidenten Achmadineschad in Brasilia aus... Mitte April will er selbst Teheran besuchen... seine Devise heißt: Reden ohne Ende. Bis eine für alle Seiten annehmbare Regelung gefunden wird. Auch mit dem Regime der Ayatollas? Jawohl, sagt Lula, auch mit dem Iran, wie wir ihn kennen.

Lula wagt sich auf ein schwieriges Terrain der Weltpolitik. Er verspricht einen neuen Stil. Er glaubt an neue Ansätze, die er allerdings noch nicht richtig präzisierte.  Lula ist viel Glück und Erfolg zu wünschen!

Luiz Inácio Lula da Silva

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Lateinamerika: nicht nur Erdbeben & Katastrophen!

Biblioburro, Kolumbien: die Bücher kommen per Esel!

Selbst Selbstmordattentätern zittern vor Angst: die Llamas kommen!

Favelas in Brasilien: so leben die Menschen in den Vorstädten...

________________________________________

Please also follow us on Facebook & Twitter

Aufsteigende Macht Indien: Daten & Zahlen, die die veränderte Welt reflektieren / Census 2011: change has come not just to India – but also to the rest of the world / מפקד אוכלוסיה בהודו: עולם משתנה

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Anmelden