Drachme heißt Gesundung: das griechische Schiff wird in griechischen Händen am besten gesteuert!

Agora: diese schlimme Rezession / ...macht uns zu schaffen / Espresso: Warteschlange für ein Wunder / Ta Nea: Krise führt dazu, dass viele Bürger in der U-Bahn schwarzfahren



Vorweg ein kleines Geständnis: Noch habe ich einige griechische Banknoten und Münzen aus alten Zeiten. Ich meine natürlich authentisch-griechisch. Diese Drachmen liegen bei mir seit vielen Jahren rum. Sie warten auf neuen, frischen Einsatz. Sie rufen nach aktueller Verwendung. Sie möchten beispielsweise in einen schönen, traumhaften Urlaub auf einer einsamen griechischen Insel umgemünzt werden.



Rede ich von diesen Drachmen, so rede ich nicht allein von griechischer Mythologie. Ich rede vor allem von griechischer Gegenwart und Zukunft. Ich rede von der Fähigkeit Griechenlands, sich endlich zu erholen. Unabdingbare Voraussetzung dafür ist, dass sich die Griechen ab sofort auf sich selbst verlassen. Das müssen die Griechen für sich selbst ausmachen. Aus eigener Kraft schaffen sie es am besten.

Es bleibt zwar sehr verführerisch, sich von anderen retten zu lassen. Etwa von den angeblich "reichen Deutschen", die in diesen Tagen in Griechenland besonders schlecht wegkommen. In Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen im ganzen Land werden Kurzfilme aus der Nazi-Zeit gezeigt, um Forderungen nach Geldzuwendungen aus Berlin zu untermauern. Diese Art des Drucks ist weder anständig noch wirksam. Sie führt zu nichts.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Forderungen an andere Staaten, an Brüssel, an die EU Zentralbank, an die Weltbank und andere Institutionen. Alles wurde seit vielen Jahren mehrfach versucht. Am Ende standen und stehen Gegenforderungen, die die jetzige Regierung in Athen nicht erfüllen will oder nicht erfüllen kann. Alles wurde bereits ausgeschöpft. Eine Quadratur des Kreises ist eben nicht möglich. Das wussten schon die Philosophen und Vordenker im Alten Griechenland.

Erhebliche Krisensituationen habe ich mehrfach erlebt. Zum Beispiel in meinem eigenen Kibbuz, der fast vor dem Ruin stand. Es wurde händeringend nach Lösungen gesucht. Man hat an den Staat appeliert, an Banken, an einzelne Geldgeber, sogar an finanzkräftige Spender. Doch alles vergebens. Jede Leistung von aussen war an drakonische Bedingungen geknüpft. Diese bedeuteten am Ende, dass die einzigartige Solidargemeinschaft Kibbuz hätte aufgegeben werden müssen.

Das aber wollten die Menschen auf keinen Fall. Dann haben sie sich zusammengetan und darüber nachgedacht, wie sie aus eigener Kraft wieder wirtschafltich Fuß fassen. Sie hatten ein klares Ziel - ihre Lebensweise zu retten. Dafür haben sie alles investiert - an Kreativität, an Arbeit, an Mühe, an Engagement. Neue Kräfte wurden wie durch ein Wunder freigesetzt. Der Kibbuz erholte sich spektakulär. Heute gilt er als Modell für den Wirtschaftserfolg schlechthin.

Meine kühne Behauptung lautet: Griechenland könnte es meinem Kibbuz nachmachen! Es ist vor allem eine Frage der Einstellung! Griechenland ist zwar kein Kibbuz. Doch es hat bestimmt viele Möglichkeiten und Vorteile, die wiederentdeckt werden können. Athen muss sich von der Vorstellung verabschieden, dass es von aussen gerettet wird. Das griechische Schiff ist in griechischen Händen am besten aufgehoben. Man muss jetzt schnell entscheiden, endlich zu handeln. Zurück zur Drachme. Zurück zu alten und neuen Tugenden, die das Land in Hülle und Fülle zu bieten hat.

Zurück auch zu meinem Geständnis, das ich gleich oben plaziert habe. Klar - wenn die Griechen wieder die Drachme einführen, gehöre ich ganz persönlich zu den Profiteuren. Darauf freue ich mich. Ich werde mit Genuß das alt-neu griechische Geld einsetzen und somit meinen kleinen Beitrag zur Gesundung des Landes leisten. Doch es gibt auch andere, gewichtigere Gründe für diese meine Meinung, dass Griechenland lernen muss, wieder allein zu schwimmen - siehe oben. Konnte ich Sie überzeugen? Nun folgen Sie mir bitte und buchen auch Sie eine Reise nach Griechenland. So tun wir gemeinsam etwas Gutes für uns und für das Land. Hilfe zur Selbsthilfe!

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