Eine Chance für Gaza: Ermutigende Zeichen aus Ägypten!

Shlomo Cohen: Raketen, Bomben, Träne / wer kämpft eigentlich gegen wen? / Al Masry Al Youm, Cairo: Bombenschläge & Fasten zu Ramadan / Watan: Sisi von Islamisten als Puppe Netanyahus dargestellt



Der Krieg tobt in und um Gaza. Täglich gibt es Meldungen über Tote und Verletzte. Die Situation scheint hoffnungslos zu sein. Doch ausgerechnet in diesen Tagen eröffnete sich eine neue, günstige Chance für das Gebiet, das praktisch eine einzige Großstadt darstellt. Diese Chance heißt Ägypten. Das größte arabische Land hat eine gemeinsame Grenze mit Gaza und ist mit seiner Bevölkerung durch viele Interessen und Anliegen eng verbunden. Nun scheint Ägypten bereit zu sein, diesen Realitäten gerecht zu werden und zum Wohl aller Beteiligten eine gemeinsame, bessere Zukunft aufzubauen.



Diese Festellung klingt euphorisch. Wieso gerade jetzt? Was hat sich geändert? Warum gibt es nun Grund zum Optimismus? Woher kommt die Erwartung, dass sich die Lage verbessern kann? Die Antwort enthält fünf wesentliche Punkte.

Lichtblick 1: Unter der Führung von Präsident Abdel Sisi hat Ägpyten erkannt, dass es die Aktivitäten der Muslim Brothehood nicht mehr dulden kann. Die Bewegung wurde als eine Terrororganisation eingestuft und verboten. Diese Haltung hat Konsequenzen auch für den Gaza-Ableger der Muslim Brotherhood - nämlich für die Hamas. Sisi hat verstanden, dass der Terror von Hamas auch auf das ägyptische Kernland übergreift. Das will er unbedingt ausschließen.

Lichtblick 2: Nach dem jetzigen Stand steht fest, Ägypten will nicht mehr zulassen, dass Hamas über sein Territorium Waffenlieferungen bekommt. Dieser Zustand herrschte schon unter dem vorherigen Präsidenten Hosni Mubarak, der einen ständigen Waffenschmuggel zumindest duldete. Mit seinem Nachfolger Mohamed Morsi wurde die Versorgung von Hamas mit Waffen aus dem Iran schon fast zur offiziellen Politik und erreichte ganz neue, gigantische Dimensionen.

Lichtblick 3: Ägypten will seine Souveränität auf der Halbinsel Sinai wieder herstellen. Die chaotischen Verhältnisse der letzten Jahre auf dieser riesigen Landfläche kann Präsident Sisi nicht mehr akzeptieren, da sie eine erhebliche Gefahr für seine Autorität am Nil darstellen. Die Bekämpfung des islamistischen Terrors auf dem Sinai geht Hand in Hand mit der Eindämmung des Einflusses von Hamas. Zudem erfordert sie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Israel. Diese wichtige Kooperation hat sich bereits in den letzten Wochen angebahnt.

Lichtblick 4: Ägypten befindet sich in einer Phase der Stabilisierung und will sich demnächst dem wirtschaftlichen Aufbau widmen. Hierzu plant Cairo, alle Ressourcen zu mobilisieren und neue Investitionen zu betätigen. Das Gebiet von Sinai soll in diesem ehrgeizigen Plan eine mitgeinbezogen werden. Hierzu braucht Ägypten Ruhe an der Grenze zu Gaza. Zudem bietet sich für Ägypten die Möglichkeit, die Menschen in Gaza in Entwicklungsprojekte einzubinden. Beide Seiten werden davon profitieren.

Lichtblick 5: Auch diplomatisch und politisch wächst das Gewicht Ägyptens als eine zentrale Regionalmacht. Das kam deutlich in den jüngsten Initiativen zum Waffenstillstand im aktuellen Konflikt in Gaza zum Ausdruck. Katar sowie die Türkei (beide Unterstützer von Hamas!) wurden von Ägypten praktisch ignoriert; selbst die USA wurde weitgehend beiseite gelassen. Cairo nahm seine Führungsrolle sehr bewusst und gezielt wahr. So soll es auch bleiben. Gaza und Ägypten kommen sich näher. Eine natürliche, gute Entwicklung, die für die Menschen in und um Gaza zukunftsweisend ist.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Iron Dome und der Raketenbeschuss aus Gaza: wer schirmt sich mit welcher Kappe ab?

Egyptian TV-Hosts to Hamas: Stop the Killing! Stop the Jihad!

Professor Haim Harari: Emergency Routine and Iron Domemergency Routine-Iron Dome

_________________________________

You are welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Anmelden