Die Ukraine vor der Spaltung: DAS bewirkt das Assoziierungsabkommen mit der EU

Christo Komar in Geostrategic Forecasting: das ist wohl keine Lösung / Paresh Nath in Khaleej Times, Dubai: ...genauso wenig wie das / Forex: man darf nicht blind handeln / Gary Parker: man muss weitersuchen / DuBus in La Libre Belgique: ...und die Anliegen Russlands ernst nehmen



In Kiew und in Brüssel feiert man das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine. Das ist natürlich und verständlich. Aus der Sicht von vielen Menschen im westlichen Teil der Ukraine ist dieses Abkommen ein wesentlicher Schritt zur Integration in westeuropäische politische und wirtschaftliche Strukturen. Die Vereinbarung ist insofern zukunftsweisend. Logischerweise könnte demnächst der Ruf nach Aufnahme in die NATO kommen. Die Zugehörigkeit der Ukraine zur militärischen Allianz würde die westliche Identität zementieren und für viele Menschen neue Perspektiven eröffnen.



Doch es stellt sich die dringende Frage, ob sich die Unterzeichner des Abkommens auch noch über weitere Konsequenzen ihres Vertragswerks ernsthaft Gedanken gemacht haben. Es gibt weitaus mehr zu berichten und ins Kalkül zu ziehen als die simple, erhoffte Aufnahme in die europäische Union. Es gibt hierfür einen hohen Preis zu zahlen. Denn mit der neuen Orientierung der Ukraine werden viele Menschen zwangsläufig ihre Identität, ihre Geborgenheit und nicht zuletzt ihre Existenzgrundlage verlieren.

Die Ukraine liegt nicht nur geografisch zwischen Ost und West Europa. Auch historisch, politisch, gesellschaftlich und kulturell schwankte die Ukraine immer wieder zwischen den beiden Himmelsrichtungen. Das Stück Papier, das nun in Brüssel feierlich unterzeichnet wurde, kann diese Realität keineswegs ändern. Gute Absichten der Unterzeichner hin oder her - der innere, ukrainische Ost-West Kampf wird damit nicht verschwinden. Ganz im Gegenteil. Er wird nun heftiger und höchstwahrscheinlich auch gewaltsam ausgetragen.

Die EU-Assoziierung ohne Absprache mit Russland verspricht nichts Gutes für die Ukraine. Das bedingt die demografische sowie die geopolitische Lage des Landes, dessen Identität besonders problematisch ist und von den Verantwortlichen sehr viel Sensibilität erfordert. Vorläufig hat nun das "westliche Lager" der Ukraine scheinbar gewonnen. Doch nur vorläufig und nur scheinbar. Das "östliche Lager" wird sich auf keinen Fall damit abfinden. Es droht nicht nur die Spaltung. Die Spaltung ist bereits da. Und nach Lage der Dinge wird sie einen anhaltenden Bürgerkrieg verschärfen und Massenflucht oder gar Vertreibung nach sich ziehen .

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