Obama in Asien: So reagiert die Weltmacht China, wenn die USA dem Verbündeten Japan Beistand verspricht

China Daily: Belehrung für USA / Li Feng: ...die angeblich Militarismus unterstützt / Luo Jie: ....so wie es Obama in Tokyo macht / Dahl in Japan Times: Allianz wird zum Kampfflugzeug / belügen sich die Japaner selbst - etwa wenn sie sich auf die USA verlassen?



US Präsident Barack Obama ist nicht zu beneiden. Bei seiner heutigen Pressekonfrenz in Seoul, Südkorea, wurde er vor allem über die Krise in der Ukraine gefragt. Zwischendurch musste er auch zu einigen anderen Weltproblemen Stellung nehmen. Obama fühlte sich ziemlich überrumpelt und gab ehrlich zu, dass er in seinem Job nicht beliebig aussuchen kann, mit welchen Themen er sich befasst. Bezeichnend ist vor allem, dass er sich gleichzeitig um viele verschiedene Sachen kümmern müsste. Das klang fast wie Resignation.



Eins dieser Themen ist der heftige Streit zwischen China und Japan über die Souveränitätsrechte einer Inselgruppe im ostschinesischen Meer, die die Japaner Senaku und die Chinesen Diaoyu nennen. Als er gestern Tokyo besuchte versprach Obama feierlich, dass die USA den Anspruch seiner Gastgeber eindeutig unterstützt, Senaku unter japanischer Hoheit zu behalten. In diesem Zusammenhang erwähnte Obama das Militärbündnis zwischen beiden Ländern und deutete an, dass die USA notfalls auch militärisch eingreifen würde, um die Position Japans zu verteidigen.

Solche Aussagen kommen in Peking nicht gut an. Die Chinesen betrachten bekanntlich die Diaoyu Inseln als ein Teil ihres Territoriums. Sie sehen sich in einem langwierigen Konflikt mit Japan und sind zuversichtlich, dass sich ihre Geduld auszahlt. Irgendwann, so denkt man in Peking, wird Japan erkennen müssen, wer letztlich das Sagen im ostchinesischen Meer hat. Nämlich die Weltmacht China, die schon aufgrund der geografischen Nähe enorme Vorteile besitzt und keinerlei Intention hat, auf ihre Ansprüche und Rechte zu verzichten. Rechte natürlich, wie sie nach chinesischer Sicht ausgelegt werden.

Die gestrige Botschaft von Obama nehmen die Chinesen nicht ganz so ernst. Sie glauben kaum, dass die USA wirklich militärisch intervenieren wird, um für Japan die Senaku Inseln zu schützen. Diese chinesische Überzeugung lässt sich leicht belegen, wenn man kurz in Pekinger Zeitungen blättert. Einige Beispiele finden Sie in der Galerie oben. Dabei ist zu betonen: China hat es nicht vor, in absehbarer Zeit die von ihm beanspuchten Inseln gewaltsam einzunehmen. Wie in vielen anderen Bereichen spielen die Chinesen auf Zeit. Sie versuchen, die Japaner mit kleinen Sticheleien zu verunsichern. Sie provozieren und ärgern. Das ist der chinesische Weg zum gewünschten Ziel.

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