Das iranische Kalkül: Islamisten bewaffnen und gleichzeitig Zugeständnisse am Verhandlungstisch holen

Shlomo Cohen: gefangen! / Yediot: so lief es / Honest Reporting: Waffen treffen in Iran ein / ...und werden aufs Schiff geladen / ...um Israel zu bedrohen / Fars News: Iran belächelt Obamas Glaubwürdigkeit / das Schiff kommt in Eilat an (Shlomo Cohen)



Ein Frachtschiff unter panamesischer Flagge wurde vor der sudanesischen Küste im Roten Meer von der israelischen Marine angehalten. An Bord waren hochentwickelte iranische Waffen, die allerdings von Depos aus Syrien kamen. Der explosive Transport wurde zunächst per Flugzeug oder auf dem Landweg in den Iran und teilweise in den Irak gebracht. Von dort aus wurde er unter Geheimhaltung auf das Schiff geladen und als Ziviltransport maskiert. Vermutlich wusste die Besatzung nicht, dass mehrere Raketen des Typs M 302 an Bord sind. Diese haben eine Reichweite von rund 160 Kilometern und waren für islamistische Gruppen in Gaza und auf dem Sinai bestimmt.



Was lernen wir aus diesen Informationen, die inzwischen mit authentischen Fotos und Videos belegt sind und durch Quellen in Washington bestätigt wurden?

Der Iran versorgt weiterhin radikale Organisationen in Gaza und im Sinai mit Waffensystemen, die sowohl Ägypten als auch Israel empfindlich treffen können. Solche regelmässigen Transporte - von denen nur wenige entdeckt werden - gibt es seit über zehn Jahren. Berühmt wurde 2002 die Vereitelung eines großen Waffentransports mit dem Frachtschiff Karine A.

Die iranischen Waffen erreichen in der Regel Häfen im Sudan. Von dort aus werden sie meist über den Landweg durch Ägypten weitergeleitet. Manche Transporte kommen mit kleinen Booten von professionellen Schmugglern in den Sinai. Andere werden auf Lastwagen geladen und durch die Wüste an ihre Ziele gebracht.

Die Raketen, die gestern auf dem Frachtschiff "Klos C" gefunden wurden, treffen eine empfindliche Lücke im israelischen Abwehrsystem. Das hochgelobte System Iron Dome kann sie nicht wirksam abfangen, da es für die Bekämpfung von Kurzstreckenraketen bestimmt ist. Ein System, das Raketen des Typs M 302 (mit ihrer Reichweite von 160 Kilometern) in der Luft zerstört wird erst in zwei Jahren einsatzfähig sein.

Die jüngste Annährung des Iran an den Westen hat an der massiven Unterstützung der Ayatollahs für Hamas und andere radikale Organisationen nichts geändert. Der Iran rüstet weiterhin die bewaffneten Gruppen auf - genauso, wie er es vor dem erfolgreichen Genfer Abkommen über sein Nuklearprogramm machte. Bei dieser Doppelstrategie hofft der Iran, den Druck auf den Westen zu erhöhen und dadurch noch mehr Zugeständnisse zu bekommen.

Das iranische Kalkül zahlte sich bisher aus. Der Westen weiß wohl von der iranischen Unterstützung für Terroroganisationen in Gaza, auf dem Sinai und anderswo. Doch in Washington und in europäischen Hauptstädten herrscht die Haltung, dass dies kein entscheidender Faktor ist, der die Verhandlung über das Nuklearprogramm des Iran für militärische Zwecke bestimmen soll. Im Gegenteil - im Westen spielt man mit dem Gedanken, dass ein endgültiges Abkommen über atomare Abrüstung den Iran besänftigen kann.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Atomprogramm am Golf: arabische Sunniten zeichnen die Bedrohung durch die schiitische Macht Iran

Schiff aus Neu Wulmstorf über den Iran mit Waffen für Hisbollah? das wollen die Bürger der friedlichen deutschen Gemeinde nicht!

_________________________________

You are welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Anmelden