Sozialismus im Stil von Chavez-Maduro? So ist er bestimmt keinen Groschen wert

Zapa in El Nactional: schießen aufs Volk, das die Repression spürt / Klopapiermangel & Zensur beklagt / Edo in El Mundo: Maduro in der Klemme / Descifrad: Systemwechsel gefordert / El Periodiquito: was bewirkt Tränengas / Aufruf von Künstlern zur Toleranz



Als Kind, Jugendlicher und junger Mann habe ich prägende Jahre meines Lebens in einem sozialistischen System verbracht. Natürlich habe ich viel zu bemängeln und zu kritisieren. Doch meine Erfahrungen waren insgesamt positiv, und daher können meine Schlußfolgerungen ermutigend sein. Alles in allem war der Sozialismus, den ich erlebte, eine freie Gesellschaftsform. Alles in allem konnte eine effiziente Wirtschaft aufgebaut werden, die Wohlstand sichert und große Erfolge aufweist. Sozialismus muss nicht gleich Unterdrückung, Korruption, Missmanagement und Elend bedeuten. Das weiß ich, und keiner kann mich vom Gegenteil überzeugen.



Aus diesem Grund bin ich auf Regime wütend, die immer wieder den Sozialismus so massiv und so gründlich in Verruf bringen. An Beispielen fehlt es nicht. Man könnte sehr leicht ganze Bände damit füllen. Heute lenke ich die Aufmerksamkeit nochmal auf Venezuela. Das südamerikanische Land ist an sich reich. Nicht umsonst plazierte man dort das legendäre Eldorado. Doch unter dem angeblichen Sozialismus des früheren Volkstribuns Hugo Chavez und seinem jetzigen Nachfolger Nicolas Maduro erlebt Venezuela eine Phase großer Armut. Diese geht einher mit zunehmender Einschränkung der persönlichen Freiheit und neuerdings auch mit brutalem Einsatz gegen politische Gegner, der mehrfach tödlich endet.

In Venezuela herrscht eigentlich kein Sozialismus. In Venezuela herrscht eine Seilschaft, die mit dem sogenannten Sozialismus seit vielen Jahren das schöne Land ruiniert. Das verstehen immer mehr Menschen. Darum gehen sie auf die Straße, um ihr Land vor einem korrupten Regime zu retten, das die Wirtschaft in den Abgrund geführt hat. Maduro bekämpft diese Bewegungen mit heuchlerischen Parolen im Namen einer Revolution, die letzlich als Vorwand für schlechte Führung dient und nichts Gutes für das breite Volk bringt. Damit vertieft er die inzwischen weit verbreitete Ansicht, die Sozialismus mit schlechten Lebensbedingungen und lügenhaften Darstellungen gleichsetzt.

Verzweifelt kämpft Maduro ums Überleben des Systems, das sein Mentor Chavez eingerichtet hat. Das geht wohl nur mit Gewalt. Blogs der Opposition beschrieben, wie die "Bürgermilitz" (sogenannte Colectivos) des Regimes vorgeht: "Vom Staat bezahlte Paramilitärs auf Motorrädern fahren durch Viertel der Stadt... sie schießen auf Menschen und stürmen Wohnblocks, aus denen scheinbar Protestierende kommen… wir haben Videos von Soldaten, die auf den Straßen auf Zivilisten zielen... was wir gesehen haben, sind keine 'Zusammenstöße auf den Straßen' sondern eine vom Staat ausgeheckte Offensive, um die Opposition zu unterdrücken und zu terrorisieren."

Diese Informationen lassen sich durch Zeichnungen und Bilder dokumentieren, die mehrere (noch) unabhängige Zeitungen bringen. Die befürchteten Militzen auf Motorrädern sind ein Motiv, das quer durch die Presseorgane geht, die Maduro noch trotzen können. Viele Augenzeugen bestätigen diese Darstellung. Es scheint Methode zu sein, dass Maduro jetzt seine Gegner in den Knast bringt oder einfach auf offener Straße liquidiert. Die Angst vor dem Machtverlust hat den früheren Busfahrer auf eine Irrfahrt gebracht, die tragisch für sein Land und für ihn selbst enden kann. Noch ist es nicht zu spät, zusammen mit der Opposition das Steuer herumzureißen. Auch wenn es schwer fällt, die massiven Fehler einzugestehen, die er und sein Vorgänger gemacht haben.

Ob Sozialismus in Venezuela erfolgreich angewendet werden kann oder nicht, bleibt eine offene Frage. Meine oben erwähnten Erfahrungen sind auf eine kleine, einzigartige Gesellschaft beschränkt - der Kibbuz. Hier dazu eine Schilderung, die gerade im Zeitalter der Globalisierung neugierig macht. Auf jeden Fall steht für mich fest, dass der Sozialismus nicht seinen Namen wert ist, wenn er mit Beraubung der Freiheit und mit immanentem Elend einhergeht. Wie zur Zeit in Venezuela, wo der Begriff Sozialismus keineswegs für eine bessere Gesellschaft stehen kann.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Maduro eifert Chavez nach; Proteste werden brutal unterdrückt, Oppositionsführer kommt ins Gefängnis

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