Prinz Turki Al-Faisal und ich erklären, wie es mit der iranisch-schiitischen Bombe bestellt ist

Habib Haddad in Al Hayat: die Bedeutung von Genf / Mahmoud Alhmzana in Al Yaum: ...wäre das Mitbringsel Bombe / Fahd Khamisi in Al Eqtisadiah: ...doch wir träumen vom Frieden / Al Riyadh: ..sodass das Erdöl weiterfließt



Manchmal braucht ein Journalist nicht selbst zu schreiben. Es reicht lediglich, wenn man die Lektüre eines einschlägigen Beitrags weiterempfiehlt. Das kann ich heute mit einem Interview des einflussreichen saudischen Prinzen Turki Al-Faisal tun, das bei der Tageszeitung Die Welt erschien. Hier ist der Wortlaut einer Schlüsselpassage: "Das Königreich und die Staaten des Golfkooperationsrates sollten zusammenarbeiten und nach Wegen suchen, Atomwaffen zu erlangen, wenn Iran solche auch besitzt. Und wenn wir gemeinsam entscheiden, dass wir solche Waffen brauchen, dann sollten wir sie uns beschaffen. Wir sollten das sehr ernsthaft prüfen und alle Optionen erwägen."



Eigentlich hätte ich dem nichts hinzuzufügen. Doch ich habe leider manche Erfahrungen, die mich veranlassen, einige Worte zum Hintergrund zu sagen. Im Westen und insbesondere in Europa wird oft nicht verstanden, wie tief die Rivalität oder gar die Feindseligkeit zwischen dem sunnitischen und dem schiitischen Islam ist und wie bedeutend das Thema für Muslime war und bleibt - und zwar seit über 1300 Jahren. Gegenwärtig ist das (abermals) der Umstand, der die wichtigsten Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten zum erheblichen Teil bestimmt. Siehe die internationale Lage im Hinblick auf die nuklearen Ambitionen des Iran. Siehe die Situation im Irak. Siehe den Bürgerkrieg in Syrien.

Viele Beobachter sind auf Nebenschauplätze bzw. andere Konflikte fixiert, weil sie sie mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen anscheinend besser verstehen. Es passt ihnen besser in den Kram, über Dinge zu reden, die sie mit ihren Wertvorstellungen oder Vorurteilen verbinden können. Doch es bleibt dabei, dass das Geschehen in meiner Region vor allem durch die angesprochene Konfrontation Sunniten-Schiiten bestimmt bleibt. Das hilft, die Worte des saudischen Prinzen richtig einzuordnen. Er vertritt nämlich die Haltung der sunnitischen Welt, die eine nukleare Aufrüstung des Iran nie akzeptieren wird. Wenn die schiitische Bombe kommt, sagt er im Klartext, muss die sunnitische Bombe gleich folgen. Aus seiner (und meiner) Sicht gesehen haben die jüngsten Abmachungen mit dem Iran diese Perspektive leider näher gebracht.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Im Nachgang der Genfer Verhandlungen: alles eine Frage der Wahrnehmung!

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