2013: Putin spielt erfolgreich den mächtigsten Mann der Welt; Russland kommt zurück

Kremlin Russland: Putin geht / The Voice of Russia: ...in die Geschichte ein / Moscow Times: er verbietet / ...oder begnadigt / Komsomolskaya Pravda: er bekämpft Terror / The St. Petersburg Times: ...und lässt Russland in den Orient zurückkehren



Mehrere Jahre haben viele Kommentatoren die Meinung vertreten, dass China dabei ist, die USA als die führende Macht der Welt abzulösen. Diese Prognose mag ihre Gültigkeit haben. Denn das bevölkerungsreichste Land auf Erden entwickelt kontinuierlich seine Fähigkeiten, auf allen relevanten Gebieten die noch dominante Stellung der USA aufzuholen. Doch die aufsteigende Macht des vergangenen Jahres war zweifelsohne Russland. Unter dem ehrgeizigen, wieder amtierenden Präsidenten Vladimir Putin konnte Moskau das internationale Geschehen stärker beeinflussen als jede andere Macht. Das imperiale russische Reich ist wieder da. Mit ihm muss man unbedingt rechnen - wie zu den besten Zeiten der großen Zaren oder der ehemaligen Sowjetunion.



Vladimir Putin konnte in kurzer Zeit seine Machtstellung in Russland selbst konsolidieren und ausbauen. Im Inneren bestimmt er alles, oder fast alles. Die Opposition kann er beliebig ausschalten, auseinanderdividieren oder auch pro forma zu Wort kommen lassen - je nach Bedarf und Zweckmässigkeit. Mit Blick auf sein Image im Westen spielt er hin und wieder den großzügigen Herrscher, der erbitterte Gegner begnadigt und sie hingebend behandelt. Doch in jeder Situation und zu jedem Zeitpunkt hält er die Zügel in der Hand. Keiner kann ihm wirklich Paroli bieten. Russland und Putin scheinen eins zu sein.

Im klassischen Einflussbereich Russlands sorgt Putin wieder dafür, dass die hegemonialen Ansprüche seines Landes nicht von Aussen her tangiert werden. Das entspricht aus seiner Sicht den geografischen und demografischen Notwendigkeiten. Russland und seine Satelliten im Kaukasus und anderswo bilden für Moskau eine territoriale Einheit. Fremde Kräfte können dort nur begrenzt mitspielen. In allen betroffenen Gebieten leben sehr viele Russen, die die Bindung an Russland wachhalten - kulturell, wirtschaftlich und auch politisch. Das hilft Putin, seine Ambitionen zu begründen und zu verwirklichen. Die Ukraine ist dafür ein aktuelles Paradebeispiel.

Weltpolitisch ist der Erfolg von Putin besonders im Orient eindrucksvoll. Russland hat es vermieden, sich in Kriegen in der Region die Hände schmutzig zu machen. Doch es gelang Moskau, das Geschehen entscheidend zu lenken. Im Syrien Konflikt konnte Russland sein Schützling Bashar Assad entgegen allgemeiner Erwartungen retten und sogar stärken, während US Präsident Barack Obama an Glaubwürdigkeit und Respekt verlor. Im Streit um die Atomanlagen im Iran siegte Putin ebenfalls und konnte dem Westen sein Konzept von Duldung des jetzigen Zustandes aufzwingen. Obama wirkt dagegen als ein Leader, der von Zweifeln und Unsicherheiten geplagt ist.

Geradezu spektakulär ist die Rückkehr der russischen Präsenz in Ägypten. Langsam aber deutlich wendet sich das Land am Nil von den USA ab. Trotz massiver amerikanischer Unterstützung nimmt die Verstimmung zwischen Cairo und Washington zu. Die Machthaber in Ägypten wollen sich neue Optionen freihalten und lassen nun zum ersten Mal sein Jahrzehnten Teile ihrer Armee mit russischen Waffen ausrüsten. Das ist eine Zäsur. Sie erinnert an lange vergangene Zeiten in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

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