Neue Runde in der Syrien-Krise: der Westen findet sich mit Assad ab

Syria Times: Saudischer Kampf gegen diplomatische Lösung / wird mit Terror geführt / Al Watan: USA ist erheblich geschwächt / Tishreen: ...doch sie stärkt Terroristen / ...und gibt ihnen diese Infusion



In amerikanischen Zeitungen erscheinen immer mehr Berichte, die ziemlich deutlich suggerieren: der syrische Präsident Bashar Assad ist zwar ein schlimmer Diktator, der gegen große Teile der Bevölkerung im eigenen Land kämpft und dabei vor nichts zurückschreckt. Doch die Alternative zu Assad ist noch viel schlimmer. Denn diese sich abzeichnende Alternative ist eine Herrschaft von Gruppen und Personen, die sich islamistischen Zielen verpflichtet fühlen und den Westen mit Terror und Gewalt in die Knie zwingen wollen. Es wäre für alle Beteiligten vielleicht besser, wenn Assad die aktuelle Runde gewinnt und doch an der Macht bleibt.



Diese Schlußfolgerung ist zum einen das Ergebnis der Unfähigkeit der Rebellen sich einer Zentralautorität zu beugen, die mehr oder weniger friedliche Verhältnisse einführen möchte und auch dazu in der Lage wäre. Zum anderen reflektiert sie die Unentschlossenheit der arabischen und muslimischen Staaten, die die Rebellen seit über zwei Jahren unterstützen - allen voran Saudi Arabien und die Türkei. Die politische Führung dieser Länder hat sich lautstark für die Absetzung von Assad zu Wort gemeldet. Doch sie wollte sich nicht die Hände schmutzig machen. Sie hat vergeblich darauf gewartet, dass sich der Westen militärisch engagiert, um ein Regimewechsel herbeizuführen.

Das ist jetzt Schnee von gestern. Auf dem Terrain gibt es eine immer klarere Situation. Langsam aber ziemlich sicher setzen sich die Truppen von Assad durch. Sie schaffen es zunehmend, die Gebiete der Rebellen einzukesseln und sie von der Versorgung abzuschneiden. Auch diplomatisch kann Assad deutliche Erfolge erzielen. Die Abmachungen zur Beseitigung des Arsenals an chemischen Waffen haben seinem Regime eine bitter notwendige Verschnaufspause beschert. Nun kann er - mit verstärkter russischer Unterstützung - die weiteren diplomatischen Schritte stark beeinflussen.

Assad hat das Kunststück vollbracht, als einziger arabischer Herrscher der sogenannten arabischen Revolution zu trotzen. Er ist und bleibt nun mal an der Macht. Mit ihm muss man auch in absehbarer Zeit rechnen. Seine Presseorgane feiern täglich einen Präsidenten, der dem Westen und Saudi Arabien bisher Paroli bieten konnte. Die Obama Administration stellt sich langsam auf die Duldung von Assad ein, auch wenn sie es noch nicht offen zugibt. Die Saudis akzeptieren zähnenknirschend diese Realität, die sie mit der Schwäche des Westens in Verbindung bringen. Die arabische Liga bleibt passiv und muss zusehen, wie sich Syrien wieder Anerkennung und Legimation verschafft, obwohl es aus der Organisation verbannt wurde.

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