Die Feierlichkeiten für Nelson Mandela: eine kritische Bilanz im Sinne von Madiba

Beeld: zu Grabe getragen / City Press: Buhrufe gegen den Nachfolger von Mandela (NICHT gegen Netanyahu!) / Es bleibt noch viel zu tun! / Daily Dispatch: der Übersetzer hatte eigene Phantasien



Nelson Mandela war ein aussergewöhnlicher Mensch. Ein echter Held. Er hat für sein Land und für die Welt Großartiges geleistet. Als solcher wird er sicherlich auch in Erinnerung bleiben. Allerdings war Mandela eben ein Mensch - mit allen Unzulänglichkeiten und Schwächen, die Menschen eben zu beklagen haben. Das darf auch in diesen Tagen nicht ganz vergessen werden. Das ist sicherlich im Sinne von Mandela, der keinen Personenkult befürwortete und aus eigenen Stücken über seine Fehler sprach.



Mandela selbst erkannte die Gefahr, dass sein Vermächtnis für schlimme Zwecke missbraucht werden kann. Davor hat er deutlich gewarnt. Darum hat er mehrere Male zu Protokoll gegeben, dass er eben nicht immer ganz richtig handelte. Zum Beispiel erzählte Mandela bei einem Interview, dass er seine Frau geschlagen hat. Das war eine mutige Aussage über eine sehr intime Angelegenheit, die sonst nicht ans Tageslicht gekommen wäre. Dafür verdient Mandela zusätzlichen Respekt. Doch diese Anerkennung darf nicht in Verherrlichung übergehen. Keinseswegs!

Mandela hat auch andere Fehler begangen. Als Beispiele nenne ich zwei. In einer bestimmten, entscheidenden Phase seines Kampfes gegen die Apartheid hat Mandela militärische oder gar terroristische Einsätze befürwortet und auch aktiv mitvorbereitet. Das hat letztlich den Zielen des ANC mehr geschadet als geholfen. Mandela hat Diktatoren wie Muammar Gaddafi, Hugo Chavez und Fidel Castro umarmt und bejubelt, die Menschenrechte mit Füssen getreten haben oder (im letzten Fall) es immer noch tun. Das war kontraproduktiv und ist scharf zu verurteilen. Die Nachfolger von Mandela handeln ähnlich und weigern sich, den geistigen Führer von Tibet, Dalai Lama, ins Land zu lassen. Da wirkt der Druck von China, das Tibet seit Jahrzehnten besetzt hält.

Hasser Israels sowie Selbsthasser unter Juden verbreiten zur Zeit gezielte Halbwahrheiten und Lügen, was die Einstellung von Nelson Mandela zum jüdischen Staat angeht. Diese können sehr leicht entkräftet werden, wenn man vollständing (und nicht aus dem Zusammenhang gerissen!) die Äusserungen von Mandela während seines Besuches in Israel im Jahre 1999 sowie an anderen Stellen liest. Tun Sie es bitte selbst, wenn Sie mit der gegenwärtigen Kampagne der Dämonisierung und Delegitimierung Israels konfrontiert werden. Nehmen Sie es nicht selbstverständlich, was die Lügner Ihnen auftischen wollen. Studieren Sie den ganzen Wortlaut der Texte von Mandela sorgfältig, auch wenn es etwas Mühe macht.

Auch im Bezug auf die Feierlichkeiten für Mandela gab es und gibt es weiterhin Versuche, Israel zu verteufeln und den Hass gegen Juden anzuheißen. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nicht zur Zeremonie in Pretoria zu fliegen, was mit den hohen Kosten begründet wurde. Ich selbst kritisiere diese unglückliche Entscheidung. Sie dürfen es natürlich auch tun, wenn Sie meine Meinung teilen. Allerdings warne ich davor, diese Angelegenheit für die Verbreitung von Lügen und Hass zu missbrauchen, was gegenwärtig leider heftig gemacht wird.

Bleiben wir bei den Fakten zum Thema: Für Netanyahu wollte Staatspräsident Shimon Peres einspringen, wurde aber krank. Die Krankheit war nicht "diplomatisch", wie manche fälschlicherweise berichteten. Peres wäre gerne geflogen (das tut er ohnehin gerne!), konnte aber nicht. In seinem hohen Alter ist das mehr als verständlich. Nach Pretoria kam dann der Vorsitzende der Knesset Yuli Edelstein, der Israel würdig vertreten hat - und zwar als einer, der wegen seines Einsatzes für Freiheit und Menschenrechte längere Zeit im sowjetischen Gulag verbrachte, und dort als Strafgefangener Zwangsarbeit leistete. Wie eben Mandela im Gefängnis auf Robben Island.

Nun aber wollen es die Miesmacher nicht lassen, Israel an den Pranger zu stellen. Sie behaupten lautstark, dass Netanyahu nicht geflogen ist, weil er Buhrufe vom Publikum fürchtete. Sie schreiben, senden und schreien: Die Südafrikaner hassen die Regierung in Jerusalem. Sie hätten es dem Regierungschef deutlich gezeigt, falls er gekommen wäre. Das ist allerdings eine frei erfundene Vermutung, die leicht widerlegt werden kann. Sie WURDE widerlegt! Lesen Sie bitte weiter. Es ist echt spannend.

Denn folgendes hat sich in Pretoria zugetragen: der Name von Benjamin Netanyahu wurde vom Moderator der Veranstaltung als ein Regierungschef genannt, der bei der Feierlichkeit doch dabei ist. Und man höre und staune - es hat KEINE Buhrufe gegeben! Das südafrikanische Publikum ist nicht nach der Pfeife der Hasser und Selbsthasser getanzt! Die einzigen Buhrufe, die es bei dieser hochkarätigen Zermonie gab, galten dem Präsidenten von Südafrika, also dem Nachfolger von Mandela. Das sind die Fakten.

Nur am Rande sei nochmal erwähnt: Netanyahu war tatsächlich nicht dabei. Doch diese Abwesenheit ist bis zum Moderator nicht durchgesickert. Er ist davon ausgegangen, dass Netanyahu unter den hohen Gästen sitzt. Es war eben eine weitere, kleine Peinlichkeit dieser Veranstaltung, wie zum Beispiel die merkwürdige Leistung des Übersetzers in die Taubstummensprache, der wohl nicht die Reden sondern eigene Phantasien wiedergegeben hatte.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Abschied von Nelson Mandela – die besten Bilder des Tages

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