Griechenland steckt in der Krise und blickt nach Berlin: Alles über Deutschland

Ta Nea: Steuerfahnder gut gerüstet / Axia: Aktien steigen zwar /  ...doch Merkel & Schäuble bestimmen alles / To Vima: Schulden drücken / Blick nach Berlin - Geschichte lebt / Absage an Kernenergie hält an / die Briten spionieren am Reichstag / Merkel schlichtet im Streit um den Namen Mazedonien



Eigentlich wollte ich heute über Griechenland berichten. Wie gewohnt blätterte ich in mehreren griechischen Zeitungen, um das Neueste zu erfahren. Es wird bekanntlich protestiert, demonstriert oder gar gewaltsam gegen die Staatsmacht vorgegangen. Die Griechen sind unzufrieden und sauer. Viele aktuelle Meldungen beschäftigen sich erwartungsgemäss mit diesen Themen.



Doch nicht ganz erwartungsgemäss habe ich fast so viele Meldungen auch über Deutschland gefunden. Das hat mir zu denken gegeben. Wie ist diese intensive Beschäftigung mit der politischen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland zu erklären? Warum wird über Berlin fast so ausführlich wie über Athen geschrieben? Ist es bloß ein Zufall - sozusagen eine journalistische Eintagsfliege? Oder ist es inzwischen schon die Normalität?

In einigen Gesprächen mit Kollegen aus Griechenland habe ich mich schlau gemacht. Nein, das ist keine große Ausnahme. Die Griechen kennen inzwischen die deutschen Spitzenpolitiker fast genauso gut wie die Eigenen. Allen voran natürlich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble. Doch auch mehrere andere Personen, die in den Berliner Machtzentren wirken, finden immer wieder Erwähnung in griechischen Medien.

Es herrscht eine Erwartungshaltung, die kaum noch zu bremsen ist. Die Lösung für die immer noch schlechte wirtschaftliche Situation sei nicht im Lande selbst zu finden. Für die Rettung schaut man nach Europa. Und Europa bedeutet in diesem Zusammenhang das größte und stärkste Land in der Eurozone. Das zweitgrößte Land Frankreich steckt selbst in einer tiefen Krise. Und das gilt ohnehin auch für Italien und Spanien. Was bleibt noch übrig?

Das brachte mich auf eine Szene, die sich gestern bei Dreharbeiten mit einem Team des TV-Senders Phoenix abgespielt hatte. In einer zentralen Straße in Berlin Mitte beobachteten wir gleich einige, meist älter Personen, die leere Flaschen sammelten - unter Sitzbänken, neben teuren Limousinen oder in Abfallkörben. Kommentar des deutschen Kollegen: "Auch bei uns gibt es viele arme Menschen. Das sieht man immer häufiger". Bilder von dieser Armut habe ich in griechischen Zeitungen heute vergebens gesucht.

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