Deutsche in Tel Aviv wählen heute den Bürgermeister mit, während ich in Berlin für Bürgerengagement werbe

Tel Aviv: diese Wahlbenachrichtigung ging auch an Deutsche / Google: an Cairo denke ich häufig / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: dieser Kandidat versucht, sich durch Wahlen vor dem Zugriff der Justiz zu retten / Stuttgarter Nachrichten sowie Die Welt: neugewählter Bundestag



Heute sollte ich eigentlich in meiner Stadt Tel Aviv sein, wo Kommunalwahlen stattfinden. Gerne würde ich mein Wahlrecht ausüben und zwischen drei Kandidaten zum Amt des Bürgermeisters mitentscheiden. Doch die Arbeit hält mich hier im Lande. Ich habe in Deutschland einige Auftritte, die ich nicht verschieben oder absagen kann. Also bleibe ich in meiner Stadt Berlin, in der ich politisch sehr engagiert bin. Im Herzen bin ich gleichzeitig auch in meiner Geburtsstadt Cairo, an die ich häufig denke und von der ich oft berichte.



Ist Ihnen diese kurze Einleitung zu verwirrend? Dann lesen Sie bitte die erste Passage nochmal. So kompliziert ist sie nicht! Nach meinem Dafürhalten reflektiert sie die gegenwärtige bunte, globale Realität, die auch in Deutschland immer mehr zu spüren ist. Viele Menschen, die in einer Großstadt leben, kommen von sehr unterschiedlichen familiären, ethnischen und religiösen Hintergründen. Sie behalten ihre Loyalitäten zu der früheren Umgebung, auch wenn sie sich gut integrieren lassen. Die Zusammensetzung des neugwählten Bundestages, der heute zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt, ist dafür ein guter Beleg.

Zurück nach Tel Aviv und nach Israel, wo sich politisch heute viel abspielt. In allen Städten und Gemeinden des kleinen Landes finden Wahlen statt, bei denen jeweils der künftige Bürgermeister (Personenwahl) sowie die Zusammensetzung des Stadtparlaments (Listenwahl) bestimmt werden. Weit über fünf Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben - darunter viele tausend Ausländer, die sich übrigens auch in die Gemeindeparlamente wählen lassen können. Meine deutschen Freunde in Tel  Aviv haben mit mir in den letzten Tagen oft gesprochen, um sich bei ihrer Wahlentscheidung beraten zu lassen. Sie freuen sich auf den heutigen Urnengang am Mittelmeer. Das finde ich gut und hoffe sehr, dass dieses Beispiel Schule macht. Es wäre schön, wenn ich als Ausländer in meiner Stadt Berlin eines Tages mitwählen könnte.

Allerdings warne ich eindringlich vor Illusionen. Die Rolle der Bürger hört keineswegs damit auf, dass sie die Stimmzettel in die Wahlurne werfen. Die Bürger müssen die ganze Zeit engagiert bleiben, um den Politikern auf die Finger zu schauen. Das ist besonders wichtig auf der Ebene von Städten und Gemeinden, da die Bürger die Lage in ihrer unmittelbaren Umgebung sehr gut kennen. Davon kann ich hier in Berlin Mitte ein Lied singen, wo Politik und Verwaltung die Bürger weitgehend abgeschrieben haben. Täglich versuche ich meine Nachbarn davon zu überzeugen, dass wir Bürger sehr viel bewegen können und uns mit Vertreibung und Abriss keineswegs abfinden dürfen. Der Rechtsstaat gibt uns viele Mittel, für unsere Belange wirksam zu kämpfen. Auch zwischen den Wahlgängen müssen wir unbedingt davon Gebrauch machen!

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Post an Angela Merkel, Wilhelmstraße 73, 10117 Berlin Mitte: Intervenieren Sie bitte, um die Vertreibung der Menschen aus dem eigenen Haus zu stoppen

Suchbegriff Wahlen in Deutschland: Finden Sie die richtige politische Konstellation!

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