Kriegsheld General Giap: um sein politisches Erbe wird in Vietnam noch hart gekämpft

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In seinen jungen Jahren hat General Vo Nguyen Giap gegen die Franzosen gekämpft und sie letztlich aus seinem Land vertrieben. Später leitete Giap scheinbar aussichtslose Schlachten gegen die übermächtige US-Army und war ebenfalls erfolgreich. In den letzten Jahren seines Lebens engagierte sich Giap dagegen, dass chinesische Firmen mit staatlicher Unterstützung Bauxitminen in Vietnam betreiben - ohne Rücksicht auf die Umwelt und auf die eigene Bevölkerung. Auch hat er sich kritisch zu den engen Beziehungen mit Peking geäussert, da ihm die wachsende militärische Präsenz der Chinesen vor der Küste seines Landes bedrohlich schien.



In allen Kriegen lautete die Devise des unermüdlichen Kämpfers, die Eigenständigkeit seines Landes zu verteidigen und Unterdrückung und Ausbeutung von Aussen zu verhindern. Als er die Franzosen 1954 in Dien Bien Phu besiegte, hat Giap erheblich dazu beigetragen, die Ära des Kolonialismus zu beenden. Als er 1975 in Saigon die Amerikaner bezwang, hat Giap bewiesen, dass mit eisernem Willen auch ein kleines Volk die Supermacht schlagen kann.

Wie der US-Senator John McCain diese Woche kommentierte war Giap bereit, für seine spektakulären Siege die Zerstörung seines Landes in Kauf zu nehmen und viele Millionen Menschen zu opfern. Diese Haltung kann man mit moralischen Argumenten kritisieren - fügte McCain hinzu; doch man kann ihren Erfolg nicht in Zweifel ziehen. McCain hat übrigens als Pilot am Vietnam-Krieg teilgenommen und musste mehrere Jahre als Kriegsgefangener in Haft verbringen.

Als populärer Kriegsheld nutzte Giap seine enorme Beliebheit aus, um sich immer wieder kritisch gegen die eigene Regierung zu Wort zu melden. Er genoss das Privileg des Alters und konnte daher Themen ansprechen, die sonst weitgehend verschwiegen wurden. Die Unterstützung durch die Massen gab ihm zudem die Freiheit, in einem autoritären System eine trotzige Meinung zu vertreten und dabei immer wieder zu sticheln.

Dieser Umstand erinnert daran, dass in Vietnam über 30,000 unabhängige Blogger im Gefängnis sitzen und die Meinungsfreiheit viel zu wünschen übrig lässt. Um das politische Erbe von Giap wird nun hart gekämpft. Nicht umsonst hat die Familie von Giap gewünscht, dass der alte General in seinem Wohnort begraben wird und nicht im staatlichen Mai Dich Friedhof in Hanoi, wo andere vietnamesische Führungspersönlichkeiten ruhen. Auch nach seinem Tod bleibt Giap eigenständig, wobei sowohl die Regierung als auch oppositionelle Kräfte versuchen, ihn sozusagen zu vereinahmen.

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