Pleite der USA aufgeschoben, jedoch nicht aufgehoben: Diese bittere Pille muss Obama schlucken

David Horsey in Los Angeles Times: Congress zu allem bereit / Chan Lowe in Sun Sentinel: ...sogar mit dieser Konsequenz / HuffPost France: giftiges Geschenk angeboten / Al Bilad, Bahrain: ...um die Irrfahrt zu stoppen / Obama muss praktisch Ja sagen



Jeder von uns kennt diese Situation: die Zeichen der Krankheit sind immer akuter. Es droht eine dramatische Verschlechterung. Der Arzt muss eine bittere Pille empfehlen, die ganz starke, schädliche Nebenwirkungen hat. Man überlegt hin und her. Doch am Ende hat man keine Wahl. Man schluckt das unerwünschte Medikament trotz aller Bedenken. Das ist dann das kleinere Übel.



Genau in dieser Situation befindet sich heute US Präsident Barack Obama. Seit Wochen versuchen seine republikanischen Gegner, ihn zur Aufgabe eines großen Teils seiner sozialen Reformen zu zwingen. In erster Linie geht es ihnen darum, den Plan zur allgemeinen Krankenversicherung, genannt Obamacare, weitgehend rückgängig zu machen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen haben die Republikaner bereits den Shutdown erzwungen - Blockierung von vielen Aktivitäten der US Regierung. Nun drohen sie mit einer Kreditsperre, die praktisch bedeutet, dass America zahlungsunfähig wird. Diese Pleite der Supermacht wird genau in einer Woche fällig, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Nun bieten die Republikaner ein Geschenk an, das man mit Fug und Recht als giftig bezeichnen kann. Die Republikaner sind bereit, die Kreditsperre um sechs Wochen aufzuschieben. Diesen Zeitraum kann man dann benutzen, um Verhandlungen über ihre Forderungen zu führen. Der Shutdown bleibt zunächst bestehen, doch es kommt nicht zur kompletten Havarie. Über dem Präsidenten schwebt allerdings das Damoklesschwert, dass in wenigen Wochen tatsächlich die Pleite eintritt. Das würde katastrophale Konsequenzen für die Wirtschaft haben und die Amtszeit von Barack Obama für immer beflecken. Das wäre eine historische Niederlage für America und für seinen ersten schwarzen Präsidenten.

Ehrlich gesagt tut mir Barack Obama fast leid. Ich sehe ihn mit sich selbst ringen. Ich sehe seine Schmerzen. Ich sehe ihn beim Gespräch mit seinen Beratern. Ich sehe ihn mit seiner Frau Michelle, die für ihn eine wichtige Stütze war und bleibt. Alle Männer und Frauen um Obama sagen ihm, dass er leider keine Wahl hat. Er ist praktisch gezwungen, das giftige Medikament einzunehmen. Zwar bedeutet das eine geschwächte Verhandlungsposition bei den kommenden Gesprächsrunden mit den Republikanern. Doch das rettet America und die Welt von einer schweren Rezession. Und es birgt die Hoffnung, dass die demokratischen Anhänger von Obama bei den nächsten Wahlen zum Haus of Representatives im November 2014 punkten und wieder eine Mehrheit erringen.

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