Online Journalismus: ich glaube an die Leser, also mache ich weiter!

Danny Sanches in Journalistopia: wer überlebt die Krise / Voices of Compassionate Education: ...die sich in einer Kriegszone abspielt / Federation of Journalists: hier glaubt man noch an Journalismus / BetaTales: ...der sich vieler neuer Komponenten bedient



Welches Geschäftsmodell taugt für den modernen Journalismus, der ja weitgehend Online-Journalismus geworden ist? Deutschland diskutiert darüber heftig, seitem sich die US-Medienplattform Huffington Post mit einer deutschen Ausgabe zum Generalangriff auf die traditionellen Zeitungen stark macht. Ängste kommen hoch, dass kostenlose Anbieter den anderen die Leser abjagen. Dadurch würde sich die ohnehin schwere Krise der traditionsreichen Gazetten erheblich vertiefen.



Doch die eigentliche Konkurrenz ist nicht zwischen den bezahlten und den kostenlosen Anbietern. Im Netz wird es immer ein Überangebot dessen geben, was Journalisten produzieren und tagtäglich liefern - Nachrichten, Kommentare, Glossen, Recherchen und Hinweise aller Schattierungen. Keiner wird in der Lage sein, ein Monopol auf das Beste zur reklamieren und dafür auch zur Kasse bitten. Zu divers und zu kompliziert ist unsere Welt geworden. Die virtuelle Umgebung ist ein Universum für sich, in dem man alles von allem suchen und finden kann. Dagegen kann man zwar predigen, doch wenig wirksam agieren.

Bei dem erbitterten Wettbewerb geht es eher um die passende Auswahl von Themen und die zeitgemässe und intelligente Präsentation. Es kommt auf die richtige Mischung an, die in einem bestimmten Zeitraum ein bestimmtes Publikum anspricht. Die Leser interessieren sich für die Ergebnisse, die ihnen dargeboten werden. Sie kommen nur dann zurück, wenn sie immer wieder spannende Beiträge finden, die sie anregen und ihr Dasein bereichern. Sie werden fernbleiben, wenn sie mit einem weiteren Mausklick etwas finden, das ihren Bedürfnissen und Erwartungen zutreffender entspricht.

Bestehende Geschäftsmodelle sind nur von kurzer Dauer in unserem virtuellen Zeitalter, in dem jede einzelne Person schnell und bequem erreichbar ist und sich mühelos vor einem Weltpublikum präsentieren kann. Dagegen lässt sich schlecht mit alten Etiketten und früher bewährten Marken und Sprüchen angehen. Die Szene ist so dynamisch, dass sie sich rapide ändern kann und täglich neue Chancen öffnet. Meine eigene besteht darin, brisant und prägnant komplizierte Sachverhalte einzuordnen und verständlich darzustellen. Die vielen Leser bestärken mich darin, dass dies der richtige Weg ist. Prüfen Sie bitte auch noch morgen, ob es dabei bleibt.

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