Ägypten unter General Abdel Sisi: die Sicherheit kehrt zurück – wenn auch nur vorläufig

Egyptian Streets: Cairo, wie es war / die Pyramiden damals / Al Ahram: Pionier des modernen arabischen Journalismus gewürdigt /  Al Ahaly: Störfeuer der Muslim Brotherhood / ...der Obama aus Unwissen Rückenwind gibt / nun kann Ägypten große Projekte starten - hier Stromerzeugung / Akhbar el Yom: Besucher kommen endlich wieder



Bekannte von mir haben Cairo in diesen Tagen wieder besucht. Ihre Eindrücke sind widersprüchlich. Die Lage ist immer noch sehr angespannt. Die Stimmung ist explosiv. Man muss befürchten, dass erneut Unruhen ausbrechen. Doch es herrscht ein gewisser Optimismus. Die Zivilgesellschaft ist wieder im Kommen. Die Menschen haben allmählich das Gefühl, dass sich die Lage normalisiert. Das ist eine erfreuliche Neuigkeit aus meiner Geburtsstadt, die in den letzten drei Jahren so viel Unsicherheit erlebte und zum Inbegriff der Instabilität wurde.



Diese sich anbahnende neue Situation ist zweifelsohne auf die entschiedene Wirkung von General Abdel Sisi zurückzuführen. Der starke Mann Ägyptens hat neue Prioritäten gesetzt und geht entschlossen vor, um das Land am Nil vor dem Chaos zu bewahren. Sicherheit auf den Straßen ist nun eine zentrale Aufgabe der Streitkräfte. Aus der Sicht der neuen, Interimsregierung ist das eine absolute Notwendigkeit. Ohne Sicherheit wird Ägypten keine Touristen anlocken und keine Investitionen in die Infrastruktur betätigen. Ohne Sicherheit wird das Land auch nicht die stark subventionierten Grundnahrungsmittel und Dienstleistungen zur Verfügung stellen können. Das ist aber unentbehrlich, um die Hungernot zu bekämpfen, die in Ägypten nicht selten vorkommt.

Die ägyptischen Medien reflektieren immer stärker die neuen Verhältnisse, die das Land nun zu erreichen versucht. Stabilität ist in aller Munde. Die Leute wollen einfach, dass die Lebensadern in Ägpyten wieder funktionieren. Für sie bedeutet es, dass die Wirtschaft läuft, dass Handel betrieben wird, dass auswärtige Besucher kommen. Viele Kommentatoren sehen ein, dass diese Stabilität nur zu erreichen ist, wenn die gegenwärtigen Massnahmen gegen die Muslim Brotherhood aufrecht erhalten werden. In der Tat sitzen inzwischen fast alle Anführer der Islamisten im Gefängnis. Der alten, extremistischen Bewegung wurde das Genick gebrochen. Für diese Handlungsweise bekommt Sisi immer mehr Zustimmung.

Die neuen Schilderungen aus Cairo haben bei mir Kindheitserinnerungen geweckt, Die ägyptische Hauptstadt als eine alte Weltkulturstätte, die einzigartige Attraktionen bietet. Cairo als ein Ort zum Besuchen und zum Verweilen. Eine lebendige orientalische Stadt, die sich über Generationen sehr eindrucksvoll geöffnet hat und viele Errungenschaften aus dem Westen zu integrieren versuchte. Ob dabei auch das Demokratie-Experiment klappt bleibt auzuwarten. Doch aus heutiger Sicht will die neue Führung in Ägypten nicht zulassen, dass mit scheinbar demokratischen Mitteln Extremisten die Macht wiedererobern, um alles kaputt zu machen. In der heutigen Galerie habe ich versucht, dieses starke Gefühl von vielen Ägyptern auch bildlich zu vermitteln.

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