Atomprogramm am Golf: arabische Sunniten zeichnen die Bedrohung durch die schiitische Macht Iran

Fahd Khamissi in Aleqtisadiah: explosive Lage in der Ölregion / Zweifel und Bitterkeit hinter dem Lächeln / Habib Haddad in Al Hayat: Rouhani mit der Bombe vor der UNO / ...doch die Welt ist taub / Putin überrolt Obama ohnehin / Al Sharq Al Awsat: Iran im neun Look / USA & Iran mit frischen Farben / UNO sucht Atomanlagen



Heute morgen dachte ich: Es wäre wichtig, den Europäern zu zeigen, was ihre arabischen Freunde am Golf von den letzten Entwicklungen in und um den Iran halten. Es wäre hilfreich, dem Westen insgesamt näher zu bringen, wie es mit der Gefühlslage und der politischen Bewertung bestellt ist, nachdem die USA auf einen militärischen Schlag gegen Syrien verzichtete.



Doch dann habe ich die Schlagzeilen im deutschen Sprachraum gelesen. Alles dreht sich um die Wahlen in Österreich und um die Koalitionsbildung in Deutschland. In der Schweiz ist man sowieso mit Börsen, mit Aktien sowie mit der Stelllung der Eidgenossenschaft als ein führender, ruhiger, internationaler Finanzplatz beschäftigt. Sehr vernünftig! Im Übrigen wollen die Menschen ihre Ruhe von den ständigen Turbulenzen im Nahen und Mittleren Osten haben. Momentan finden sie dafür keine Zeit.

Ich habe mich daher dazu entschlossen, nur ganz knapp grafische Kommentare zu zeigen, statt lange Artikel und Meinungsäusserungen übersetzen zu lassen. Spontan habe ich zur Tagespresse in Saudi Arabien gegriffen - der vielleicht wichtigste Partner des Westens in der Region. Die ersten Ergebnisse sehen Sie in der Galerie. Ich glaube, dass sie weitgehend selbsterklärend sind. Sie ergeben sich aus der geopolitischen Lage und den Empfindungen der Menschen.

Dazu noch diese kurze Anmerkung: die arabischen Monarchien am Golf haben meist eine solide sunnitische Mehrheit (mit Aussnahme von Bahrain) und sind auf jeden Fall sunnitisch geprägt und regiert. Das ist ganz wichtig als Hintergrundwissen. Die Sunniten in der Region sehen sich in einer erbitterten Rivalität zum schiitischen Gottesstaat Iran, der im Übrigen das nicht-sunnitische Regime in Syrien massiv unterstützt.

Die alte Rivalität mit dem handfesten religiösen Hintergrund bestimmt weitgehend die politische Haltung in Internationalen Fragen. Kurz und vereinfacht ausgedrückt - die arabischen Sunniten in der Region haben Angst vor der aufsteigenden Macht Iran und sehen wohl eine schiitische Bombe kommen. Sie halten wenig oder gar nichts von den aktuellen, diplomatischen Bemühungen, den Iran von seinem militärischen Atomprogramm abzubringen.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Die Akte I (syrisches Giftgas) ist zugleich die Akte II (iranisches Nuklearprogramm)

Die neue Offenheit des Iran: Twitter Twitter an der Wand, warum bist Du nicht in unserem Land?

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