Kenya trauert und zieht Konsequenzen: die Lehren aus dem Terroranschlag in Nairobi

Daily Nation, Nairobi: Terror schlägt zu / wer träg die Schuld? / Standard: Ruf nach Solidarität / ...während Ursachenforschung weitergeht / BBC: diese britische Jihadistin wird als Anführerin gesucht



Früher hat man die Airlines belächelt, die besonders strenge Kontrollen durchgeführt haben um ihre Passagiere vor Entführungen und Terrorangriffe zu schützen. Heute gehören solche Kontrollen zum Standard bei allen Airlines und auf allen Flughäfen weltweit. Die Zeiten haben sich geändert. Der Terror droht eben überall. Die Gefahr wird auch von Staaten erkannt, die sich aufgrund ihrer politischen Ausrichtung immun fühlten. Schweden ist ein gutes Beispiel.



Beim heutigen Berliner Marathon wurden ganze Straßenzüge mit Barrieren versehen. Zuschauer, die bestimmte Zonen erreichen wollen, müssen sich nicht selten persönlichen Kontrollen unterziehen. Wer hätte das noch vor drei oder vier Jahren gedacht? Warum sollte eine solche Veranstaltung Ziel von Extremisten sein, die politischen Protest zum Ausdruck bringen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen? In diesem bestimmten Fall liegt die Antwort auf der Hand. Sie lautet Boston Marathon, wo im April 2013 Islamisten zugeschlagen haben.

Nun ist Kenya Ziel der Jihadisten geworden. Man kann lange zu erklären versuchen und darüber spekulieren, warum ausgerechnet Kenya. Das ostafrikanische Land ist militärisch in Somalia engagiert, wo die islamistische Shabab Miliz die Regierung bekämpft. Es gibt historische und ethnische Spannungen. Es gibt politische Allianzen, die den Jihadisten ein Dorn im Auge sein könnten. Man kann viele und lange Aufsätze darüber schreiben, warum das Einkaufszentrum von den Angreifen gewählt wurde, um Menschen massenhaft zu töten.

Doch letztlich steht ziemlich fest: die politischen Gewalttäter, die Terror als Waffe benutzen, sind nicht so wählersich, wie westliche Beobachter oft vermuten. Ihre Logik zu verfolgen ist eine Expertise, die sich nicht gerade als zuverlässig in der Realität bewährt. Der blinde Terror gegen zivile Ziele ist nun mal blind. Aus der Sicht der Jihadisten ist das gerade seine Stärke. Das Opfer kann nie mit Bestimmheit wissen, wo, wie und wann zugeschlagen wird. Für die Angreifer erzielt das Töten an sich - unter welchen Umständen auch immer - die von ihnen erhoffte Wirkung.

Gegen diese Art von Gewaltanwendung hilft nur Solidarität. Man darf nicht Terrororganisationen beschwichtigen. Man muss Staaten verurteilen, die den Terroristen direkt oder indirekt helfen. Man muss den Austausch von Informationen über Terrorgruppen verbessern und intensivieren. Schließlich muss man leider bestimmte Sicherheitskontrollen einführen, die oft genug zeitraubend und ärgerlich sind. Ein Trost dabei ist, dass neue technologische Errungenschaften den notwendigen Schutz immer weiter verbessern und manche lästige Massnahmen der Vergangenheit uns so erspart bleiben.

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