Der Sieg bereitet der Kanzlerin auch Kopfzerbrechen: Wer rettet Angela Merkel vor ihrem spektakulären Erfolg?

Strahlendes Gesicht der Bundeskanzlerin: das Bild des Abends im Spiegel der Presse



Die heutigen Schlagzeilen sagen es unisono: Angela Merkel befindet sich auf einem Höhepunkt ihrer Karriere. Vielleicht der absolute Höhepunkt, der kaum übertroffen werden kann. Das ist ein unglaublicher Erfolg, der vielfach bereits als historisch bezeichnet wurde. Doch es ist zugleich ein prekärer Moment, der Risiken und Gefahren mit sich bringt. Für Hochmut besteht keinen Grund.



Das hat Angela Merkel sofort erkannt und darum auch frühzeitig betont, dass sie mit dem Zuwachs an Einfluss und Macht sorgfältig umgehen wird. Diese Aussage ist vor allem nach Innen gerichtet. Denn in der eigenen Partei, der CDU, werden nun viele Kämpfe ausgetragen werden. Reihenweise warten Politiker auf die Gelegenheit, Ämter zu besetzen und Positionen zu bekommen. Bei diesem Wettbewerb der ehrgeizigen Aufsteiger wird Angela Merkel vorsichtig schlichten und vielen Hoffnungsträger enttäuschen müssen. Das liegt in der Natur des spektakulären Sieges, den sie einfahren konnte.

Flankenhilfe wird Angela Merkel vor allem ausserhalb ihrer Partei suchen müssen. Die Kanzlerin braucht einen zuverlässigen und loyalen Partner, um Deutschland überhaupt weiterregieren zu können. Doch sie braucht diesen Parnter auch, um unrealistische Ambitionen und Vorstellungen der eigenen Parteifreunde zu bremsen. Diese werden sehr bald sichtbar, wenn das Gerangel um Posten im Kabinett und in anderen wichtigen Gremien losgeht. Bei der CDU gibt es ja sehr viel mehr als bisher zu verteilen und zu besetzen.

Die Kanzlerin wird nicht umhin kommen, dem künftigen Partner ein großzügiges Angebot zur Koaltionsbildung zu machen. Wahrscheinlich scheint zur Zeit, dass es zu einem neuen Anlauf der großen Koalition mit der SPD kommt. Doch auch eine Partnerschaft mit den Grünen ist nicht auszuschließen. Es ist gerade die Stärke von Angela Merkel, dass sie gemeinsame Punkte mit politischen Gegnern sucht und trotz erheblicher Differenzen Kompromisse findet. Bei beiden Varianten gilt aber, dass der anvisierte Koaltionspartner in der neuen Regierung entscheidend mitreden und mitgestalten darf.

Das wäre sicherlich im Sinne von Angela Merkel, die gerne Korrekturen aus dem Lager des politischen Gegners aufnimmt. Bei ihren Aussagen in der gestrigen Berliner Runde hat sich diese Haltung bereits deutlich manifestiert. Angela Merkel wies die Vorstellung der Moderatoren scharf zurück, dass ihre Partei die absolute Mehrheit im Bundestag gewinnt und keine Koalitionspartner mehr braucht. Gestern abend entsprach diese Zurückweisung einer Einschätzung und zugleich einem Wunschdenken. Heute ist das eine Gewissheit und eine klare politische Realität. Der Sieg der Kanzlerin ist erst wirklich vollzogen, wenn sie den richtigen Partner mit ins Boot holt.

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