Die Frage der Fragen vor der Wahl: mit welchen politischen Kräften wird Angela Merkel weiterregieren können?

Schlagzeilen zur Wahl: Rot-Rot-Grün traut keiner richtig; Angela Merkel scheint alternativlos zu sein; das Ausland fragt, was sie noch zur Rettung des Euro machen wird



An diesem Wochenende blickt die Welt auf Deutschland. Viele Wahlbeobachter aus dem Ausland befinden sich in Berlin. Sie versuchen zu verstehen, worum es eigentlich bei den Wahlen am Sonntag geht. Sie wollen erfahren, wie die Stimmungslage bei den Wählern momentan ist. Sie möchten wissen, was wahlentscheidend sein wird.



Gibt es unterschiedliche Entwürfe für die Zukunft Deutschlands, über die am Sonntag entschieden wird? Oder geht es lediglich darum, unter Mannschaften und Personen zu wählen, die ein ähnliches Programm zur Anwendung bringen? Sind die Aussagen der Parteien austauschbar? Oder gibt es wesentliche Gegensätze, die sich nicht unter einen Hut bringen lassen? Welche parteipolitische Konstellation ist vorstellbar und realistisch, um die Wünsche der Wähler am besten zum Ausdruck zu bringen?

Unklarheiten oder gar Verwirrung sind insofern möglich, da sich in einer Wahlschlacht die Kontrahenten unbedingt zu profilieren versuchen. Um potentielle Wähler zu mobilisieren sind die Parteien gezwungen, besondere Eigenschaften hervorzuheben und kämpferisch aufzutreten. Dieser natürliche Ansatz ist verständlich. Doch er entspricht kaum einer tatsächlichen, tiefen Konfrontation über den politischen Weg, den Deutschland einschlagen soll. Trotz scharfer Worte und Ankündigungen in diversen Talkshows - ein Richtungswahlkampf findet in Deutschland zur Zeit nicht statt.

Wirtschaftlich schneidet Deutschland relativ gut ab, und zwar nicht nur im europäischen Vergleich. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit vielen Jahren nicht. Die Unternehmen bekommen immer neue Aufträge. Der Export boomt. In der Aussenpolitik sind kaum Streitpunkte unter den Parteien auszumachen. Am Beispiel der Syrien-Krise kann man leicht erläutern, dass alle etablierten Parteien praktisch die gleiche Haltung vertreten. Ein vorsichtiger, nicht verpflichtender Kurs entspricht dem allgemeinen Wunsch der Deutschen, sich bloß aus diesem und aus anderen Konflikten herauszuhalten.

Die ungebrochene Popularität von Angela Merkel auch nach acht Jahren Amtszeit spricht Bände. Unzureichendes Einkommen sowie Angst vor Vermögensverlust machen viele Deutsche unzufrieden. Doch es geht nicht so weit, dass sie neue Experimente wagen. Allenfalls suchen sie Korrekturen, die ja mit der jetzigen Amtsinhaberin gut vorstellbar sind. Die Bundeskanzlerin verkörpert die Fähigkeit, Kompromisse zu suchen und diese auch mit möglichen, neuen Allianzen zu verwirklichen. Bei dieser Wahl geht es vor allem darum, welche politischen Kräfte Angela Merkel zur Seite gestellt werden, um ihre Arbeit fortzusetzen.

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