Mein Draht zum Prinzen: Hier berichte ich als geborener Untertan der britischen Monarchie!

Peter Brookes in Times: Tsunami von Berichten / Telegraph: Memorabilia Prinz / ...den Adams so zeichnet / Sun, der  in Son umbenannt wurde: wer wird King? / Daily Mirror: Aufmacher Geburt / Shlomo Cohen in Israel Ha'yom: Babywindel des Prinzen



Wie unser talentierter Kollege Peter Brookes in Times of London feststellt (erstes Bild in der Galerie), gibt es seit Tagen einen regelrechten Tsunami von Berichten über den Neugeborenen in der Royal Family. Weltweit überbieten sich die Journalisten mit Kommentaren, Anmerkungen, Gedanken und Analysen. Weltweit werden verschiedene Aspekte des großen Ereignisses beleuchtet. Ich hänge nicht hinterher. Ich habe auch einiges dazu zu sagen. Meine originelle Story wird Sie bestimmt überraschen.



Als ich in Cairo zur Welt kam herrschte Großbritannien am Nil. Es war noch die Kolonialzeit, auch wenn man deren herannahendes Ende bereits spüren konnte. Allerdings habe ich rechtzeitig das Licht der Welt erblickt um sagen zu können, dass ich praktisch ein Untertan des Great British Empire bin, in dem bekanntlich die Sonne nie untergeht. Das ermutigt mich, einiges zum Thema aus meiner Sicht darzulegen.

Zweiter wichtiger Ansatz ist der Umstand, dass meine Familie gestern den Geburtstag einer meiner älteren Geschwister feierte. Allein schon das garantiert, dass wir die gestrige Geburt des Royal Baby Boy nie vergessen werden. Und ich gehe fest davon aus, dass die Royal Family uns ehemalige Untertanen ebenfalls nicht vergisst. Einmal im Jahr werden wir ja gleichzeitig feiern. Das hat Signalwirkung!

Während meiner Kindheit in Cairo gingen britische Offiziere bei uns im Stadtteil Heliopolis ein und aus. Teilweise wurden sie von meinen Eltern gerufen, um uns vor Angriffen der Muslim Brotherhood und anderen Extremisten zu schützen. Teilweise kamen sie aus eigenen Stücken, weil sie uns als Nachbarn schätzten und natürlich die großzügige, orientalische Gastfreundschaft liebten. Die Kuchen, die meine Mutter servierte, galten nicht umsonst als die Besten.

Die Kehrseite will ich Ihnen nicht verheimlichen. Auch die Briten konnten oder wollten nicht verhindern, dass die Juden in Ägypten (und in weiten, anderen Teilen der arabischen Welt) diskriminiert und verfolgt wurden. Sie konnten oder wollten nicht verhindern, dass die jüdische Gemeinschaft am Nil - eine der ältesten weltweit! - fast vollständig vertrieben und zerstört wurde. An anderer Stelle, nämlich in Israel, haben die Briten dagegen zu verhindern versucht, dass jüdische Flüchtlinge aus Europa und Arabien in das Land ihrer Väter kommen.

Das ist alles Vergangenheit. Ich weine ihr nicht nach. Ich bin nicht nachtragend. Ich blicke in die Gegenwart. Diese gibt aber keineswegs Anlass zur Freude. Großbritannien ist ein wichtiges Zentrum der weltweiten Kampagne zur Dämonisierung und Delegitimierung des jüdischen Staates geworden. Dieser beschämende Umstand wird zunehmend ein Problem für die britische Gesellschaft selbst. Es wäre ratsam, wenn sich die Untertanen in England und den noch verbleibenden Kolonien damit ernsthaft befassen.

Im Übrigen freue ich mich sehr über den Neugeborenen in London. Und mit meinen Glückwünschen verbinde ich die Anregung, dass die Königin mal zu Besuch nach Israel kommt - was sie bisher leider versäumt hat. Es wäre ein schönes Zeichen der Versöhnung - nicht zuletzt orientalischen Juden gegenüber, die aus den ehemaligen Kolonien in der ganzen arabischen Welt fliehen mussten.

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