Von Cuba über Panama Canal nach Nordkorea: Handel mit Zuckerstangen, die eventuell auch schießen können

Noticias de Panama: Panama meldet / Panama America: ...merkwürdige Ladung / ...und zwar Raketen statt Zuckerstangen / Ahora, Havana: Cuba spielt die Sache runter / Roland in Vanguardia: ...und hackt auf dem bösen Ami herum



Zwei oder drei völlig veraltete Luftabwehrsysteme, zwei kaum brauchbare Kampfflugzeuge des Typs MIG-21 von Anotobak, an die 20 Motoren für das Fluggerät russischer Produktion, einige Raketenteille. Das waren laut offizieller Mitteilung der kubanischen Regierung die Waffen, die auf dem nordkoreanischen Schiff geladen waren, das von Havana nach Pyomyang schippern wollte und nun im Panana Canal festsitzt. Die Kriegsware sollte in Nordkorea repariert und dann wieder nach Cuba verschifft werden. Kein Grund zur Aufregung!

 



Diese Stellungnahme kann echt beruhigen. Mit dem Material, das oben aufgelistet ist, kann man nicht viel anfangen. Die Dinge sind so schlecht und so marode, dass sie kaum in der Lage sind zu schießen. Ausserdem zeigt der Vorgang, wie sehr die Partner und Glaubensgenossen in beiden streng kommunistisch-regierten Staaten an der Vergangenheit festhalten - sowohl ideologisch als auch militärisch-technisch. Wer vor der Gefahr warnt, die von Cuba oder Nordkorea ausgeht, der darf seine Worte wieder zurücknehmen. Mit dem Zeug, dass offiziell als Zuckerstangen deklariert wurde, kann man ganz bestimmt keinen Krieg gewinnen.

Doch warum dann diese Geheimniskrämerei? Warum haben die Partner Cuba und Nordkorea die Ladung im Bauch des Schiffes "Chong Chon Gang" falsch deklariert? Warum überhaupt arbeiten sie militärisch zusammen, und wie weit reicht diese Kooperation? Diesen und vielen anderen Fragen werden nun diverse Regierungen und Institute nachgehen, die sich mit den jeweiligen Regimen beschäftigen. Für Forscher und Strategen geben sowohl Havana als auch Pyongyang viele Rätsel auf. Nun haben sie einen weiteren Grund, diese politischen Systeme - die wie die Waffen selbst etwas merkwürdig und veraltet wirken - noch intensiver zu studieren und zu beobachten.

Gibt es so etwas wie eine umfassende Weltallianz, der womöglich auch noch Syrien und der Iran angehören? Beide Staaten haben bekanntlich Quervebindungen zu Nordkorea und Cuba. In der Vergangenheit gab es demonstrativ Kontakte mit dem früheren libyschen Diktator Muammar Gaddafi sowie mit dem inzwischen verstorbenen venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez. Erleben wir etwa einen Versuch von manchen Regimen, ein Parallelsystem der Kleinen zu schaffen? Dieses agiert in Nischen der Weltordnung, die ansonsten von den etablierten Großmächten dominiert wird. Auch wenn es zunächst unbedenklich erscheint - mit dem atomaren Potential des Iran und Nordkorea gibt es schon ein erhebliches Gefahrenpotential.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Familenunternehmen Cuba: Fidel und Raúl fühlen sich bestätigt

Kriegsgefahr & Tanz auf dem Eis: so spanne ich den Bogen zwischen Nordkorea & Iran

_________________________________

You are welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Anmelden