Weibliche Macht, Sexismus & Niederlage gegen Kevin Rudd: kann Julia Gillard etwas Neues stricken?

Julia Gillard strickt (rechts Titel aus alten Zeiten) / ...und kritisiert ihre Kritiker / Julia Gillard mit Diana und Elisabeth in einer Reihe / diese Zeitschrift ist seit Jahrzehnten die erfolgreichste in Australien (hier Cover aus den fünfziger Jahren)



Wahlzeit ist Neidzeit. Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Es wird auch mal unter die Gurtellinie gezielt. Und im Falle der australischen Ministerpräsidentin Julia Gillard auch über die Gurtellinie - eben auf die Brüste. Bei einem Dinner der Opposition, bei der Spenden für den Wahlkampf gesammelt werden sollten, wurde ein Gericht mit folgender Bezeichnung serviert: "Julia Gillard Kentucky Fried Quail—Small Breasts, Huge Thighs and A Big Red Box". Haben Sie diesen geschmacklosen Scherz verstanden? Ich übernehme nicht die Aufgabe, ihn zu übersetzen.



Die Entschuldigung kam verzögert und etwas spät, doch ist sie gekommen. Immerhin. Bereits letztes Jahr wurde der Machtkampf durch Aussagen angeheizt, die als Sexismus verstanden wurden. Der Chef der Opposition und seine Partei haben die Familienpolitik von Julia Gillard mit dem Vorwurf angegriffen, dass die Ministerpräsidentin das Kindergeld kürzt, weil sie selbst keine Kinder hat und die Nöte der Familien nicht aus eigener Erfahrung kennt. Auch damals kam eine Entschuldigung, wenn auch nicht prompt.

Nun wird Julia Gillard belächelt und kritisiert, weil sie für die Zeitschrift Women's World als liebende Mutter posierte, die für ein Neugeborenes fleißig strickt. Das zu erwartende Baby ist aber nicht das eigene. Die Ministerpräsidentin will ihre Kreation an Prinzessin Kate verschenken. Somit hofft sie wohl, die Herzen von vielen australischen Frauen zu gewinnen und vielleicht auch noch die enge Verbindung zwischen dem Roten Kontinent und dem Mutterland Großbritannien zu unterstreichen.

Zum Ärger der Opposition bekleidet mit Julia Gillard immer noch eine Frau das Amt der Ministerpräsidentin. Übrigens erinnert das Stricken von Julia Gillard daran, dass Australien mit Queen Elisabeth immer noch eine Frau auch als Staatsoberhaupt hat. Die weibliche Macht ist so schnell nicht zu brechen. Schon gar nicht durch schlechte Witze über die Oberweite der Ministerpräsidentin bzw. über ihre zur Schau gestellte Strickkunst.

Allerdings wird soeben gemeldet, dass Julia Gillard im internen Machtkampf in ihrer Labor Party dem Rivalen Kevin Rudd unterlag. Wie es momentan aussieht, wird sie wohl noch vor der Wahl aufgeben müssen. Oder wird Julia Gillard es doch noch schaffen, auch in der aktuellen politischen Situation etwas Neues zu stricken?

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