Intervenieren in Syrien oder nicht? Diese Verantwortung können und müssen die Araber selbst tragen

Emad Hajjaj in Al Rai, Amman: die Welt guckt weg / ...wie Assad sein Land zerstört / Allagta in Al Madina, Riyadh: Hizbollah hilft Assad / Habib Hadad in Al Hayat: America stumm, blind & taub / ...während Assad über Leichen siegt / Rasmi in Asharq Al-Awsat: USA untätig / Ronny Gordon in Ma'ariv, Tel Aviv: Europa zittert vor Hizbollah / Assad tötet weiter



Heute morgen habe ich in mehreren arabischen Zeitungen geblättert. Fast überall ist die Situation in Syrien ein zentrales Thema. Fast überall wird massive Kritik an den USA geübt, weil sie nicht zugunsten der Rebellen interveniert. Fast überall wird die Erwartung geäussert, dass Präsident Barack Obama schnellstens die Freie Syrische Armee mit modernsten Waffen ausstattet, damit der jetzige Machthaber Bashar Assad endlich besiegt wird.



Diese Haltung finde ich merkwürdig. Sie ist nicht nur für die Menschen in Syrien schädlich sondern auch für die Araber in aller Welt. Lassen Sie mich diese meine Meinung begründen.

  • die Araber verfügen über die allerbesten Kenntnisse zur Situation in Syrien. Sie kennen und spüren und fühlen die religiösen, ethnischen und anderen Hintergründe des schlimmen Konflikts. In dieser Hinsicht kann kein amerikanischer Experte mit den Arabern mithalten
  • die Araber verfügen über gleich 22 Staaten, die allesamt Streitkräfte unterhalten und mit modernen Waffen ausgerüstet sind. Die größte Armee in der Region ist die ägyptische. Saudi Arabien kann sich über Mangel an Kampfflugzeugen, Panzern, Raketen und dergleichen nicht beklagen. Es geht so weiter und weiter und weiter....
  • die Waffensysteme, die die Rebellen in Syrien brauchen, befinden sich bereits in den Depots der arabischen Nachbarstaaten. Diese Bestände kommen meist aus amerikanischen Fabriken. Es gibt keinen Grund, neue Waffensysteme aus den USA einfliegen zu lassen.
  • falls erforderlich können die Araber Militärexperten, Führungskräfte und sogar ganze Kampfeinheiten zur Verfügung stellen. Diese werden den enormen Vorteil haben, dass sie Arabisch perfekt beherrschen und mit der Bevölkerung in der eigenen Sprache kommunizieren können. Das erhöht die Akzeptanz einer Intervention von Aussen und begünstigt die Erfolgschancen.
  • der sprichwörtliche arabische Stolz lässt es nicht zu, dass die Herkules Aufgabe Befreiung des syrischen Volkes an westliche Streitkräfte übertragen wird. Das ist eindeutig eine innere arabische Aufgabe. Sie kann und muss von Arabern übernommen werden.
  • schließlich ist es die Sache der Araber, die aktuelle Lage sorgfältig zu prüfen und abzuwägen, ob eine Intervention - in welcher Form auch immer - notwendig und sinnvoll ist. Diese ehrliche, mutige Bewertung können und dürfen die Araber nicht den USA überlassen. Auch hier müssen sie führen, entscheiden und notfalls selbst handeln.

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