Islamistischer Terror im eigenen Land: Ist der Westen blind? / America takes issue with homegrown Jihadist Terrorism

Linas Garsys in Washington Times: von Bengazi bis Boston - ist America blind? / Terror ist nun hausgemacht / Dave Granlund in Daily American News: ...und wirkt wie ein Monster / The Counter Jihad Report: Congress untersucht Konsequenzen



Der Anschlag in Boston hat eine neue Diskussion darüber ausgelöst, wie man zum hausgemachten islamistischen Terror steht. America hat Mühe sich selbst zu erklären, wieso junge Leute mit ausgezeichneten Lebenschancen die Menschen in der eigenen, unmittelbaren Umgebung zu töten versuchen. America hat Gewissensbisse. Was haben wir falsch gemacht? Ist unsere Einwanderungspolitik verkehrt? Ist unser Asylrecht nicht zeitgemäss? War unsere Annahme unzutreffend, dass gute Ausbildung sowie Aufstiegsmöglichkeiten eine passende Antwort auf den radikalen Fundamentalismus sind?



Die Öffentlichkeit debattiert. Beide Häuser des Parlaments beraten. Verschiedene Untersuchungen und Studien werden in Auftrag gegeben. Die Verwirrung ist groß. Freiheit und Chancengleichheit sind die besten Tugenden, die America zu bieten hat. Doch gerade diese haben bei den jüngsten Anschlägen gegen die eigene Gesellschaft tödlich gewirkt. Und das nicht zum ersten Mal - 9/11 ist ja noch frisch in Erinnerung. Was ist los? Sind die amerikanischen Werte - und die des Westens insgesamt - veraltet und in der modernen Zeit nicht mehr brauchbar?

Meine klare Antwort lautet: keineswegs. Die oben genannten Werte müssen weiterhin vertreten und täglich angewendet werden - auch und gerade im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Der Westen darf und kann nicht auf die Bemühungen verzichten, gläubige Muslime zu integrieren. Der Westen wird am Ende profitieren, wenn einzelne, begabte Menschen aus anderen Glaubensrichtungen das vorhandene Wissen erweitern und die eigene Kultur bereichern.

Doch diese wichtige Leistung darf nicht zu Illusionen führen, wie es vielfach der Fall ist. Die Gründe für den islamistischen Terror sind nicht im Westen zu suchen. Sie haben mit aktuellen, konkreten Vorgängen und politischen Handlungen sehr wenig oder gar nichts zu tun. Die Gründe sind in den eigenen muslimischen Gesellschaften zu finden. Im Übrigen ist schon längst nachgewiesen, dass sich der islamistische Terror vor allem gegen Muslime richtet und viel mehr Menschen der eigenen Glaubensrichtung tötet als Christen oder Juden.

Die muslimische Gesellschaft vertritt und verkörpert eine große Weltkultur, die sich seit geraumer Zeit in einer tiefgreifenden Krise befindet. Noch vor einigen Jahrhunderten waren muslimische Reiche und Kalifate führend in der Welt. In vielen Bereichen stellten sie die christlich geprägte Kultur in den Schatten. Sie waren auch oft genug militärisch überlegen.

Doch das Blatt hat sich gewendet. Die muslimische Welt leidet unter Hemmnissen, die in der fehlenden modernen Auslegung der religiösen und traditionellen Werte liegen. Dieser Umstand erzeugt ein Gefühl von Ohnmacht und Frustration, das in blinde Gewaltanwendung ausartet. Dieses enorme Probelm können America und der Westen nicht für die muslimische Welt lösen. Die Lösungsansätze müssen in der eigenen Gesellschaft gesucht, entwickelt und letztlich Akzeptanz und Anwendung finden.

Die anvisierte, positive Entwicklung in Arabien und anderswo ist eine dringende historische Notwendigkeit. Als einer, der aus dem Orient kommt, bin ich von ihrer Unverzichtbarkeit tief überzeugt. Allerdings betone ich immer wieder, und tue es auch heute: Es müssen Muslime sein, die die Veränderungen ihrer Gesellschaft konzipieren und mittragen. Und es müssen Muslime sein, die fest entschlossen sind, die eigene Gesellschaft zu reformieren statt in dem Westen ein besseres persönliches Schicksal für sich selbst zu suchen.

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