Italienische Reise zur Steueroase Cayman Islands / Offshore Leaks expose tax evaders worldwide

Cayman Islands: Steuern sind nicht unsere Sache / Ta Nea: irgendwo im Meer / Haberler: ...findet sich das Geld / Arret sur Image: was bleibt noch geheim? / Voralberg: auf diesem Wegweiser? / Faber in Presseurop: Dynamit droht dem Paradies / Le Monde: wer Rechnung nicht zahlt / Die Welt sowie TAZ: ...kann kaum noch fliehen



Hin und wieder bin ich auf Seereisen unterwegs. Dabei habe ich viele Möglichkeiten, von meinen diversen Erfahrungen auf dem Festland zu berichten. Das kommt immer sehr gut an. Einen Grund dafür nannte Johann Wolfgang Goethe in seinem Werk Italienische Reise. Am 3. April 1787 notierte er nämlich: Hat man sich nicht ringsum vom Meere umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt... Das weite Meer inspiriert, wie Goethe zutreffend feststellte. Erzähler und Zuhörer sind offen für Ideen und Gedanken, die ansonsten vielleicht weniger Zuspruch finden würden.



Bei seinen Seereisen kam Goethe aber nicht so sehr weit. Auf den Cayman Islands war er meines Wissens nicht. So hat er es versäumt, in diesem fernen Paradies sein Geld in Sicherheit zu bringen. Dort lautet das Motto der Regierung (erstes Bild oben): Keine Steuer, keine Abgaben, keine Überwachung von finanziellen Transaktionen. Ich selbst hatte mehrmals Gelegenheit, mit einem schönen Schiff auf den Cayman Islands und auf anderen, fernen und exotischen Inseln anzulegen. Allerdings haben mich die Geldinstitute nicht interessiert.

Ehrlich gesagt lag es auch daran, dass ich nichts hatte, um in nenneswertem Umfang investieren zu können. Warum sollte ich es riskieren, mein weniges Geld in der Ferne zu verstecken, wo alles verschwommen bleibt? Ich würde sowieso nicht auf die Liste der Reichen und Prominenten kommen, die nun von Offshore Leaks in Teilen bereits bekannt wurde (2. und 3. Bild).

Geheimnisse in der Finanzwelt sind ein Thema für sich (4. Bild). Es gibt nachweislich immer weniger davon. Unsere Welt wird durch die vielen virtuellen Plattformen immer transparenter. Das Wissen über Geheimkonten, das man heute noch für Bares kauft, wird morgen oder übermorgen bei einer einfachen Google-Recherche zu finden sein. Nicht umsonst habe ich an dieser Stelle dafür plädiert, die Geheimdienste ersatzlos abzuschaffen.

Steueroasen gibt es zwar immer noch (5. Bild). Doch die Steuerhinterzieher müssen sich warm anziehen. Im politischen Raum steht die Forderung (6. Bild), diese Paradiese für Finanzbetrüger kurzerhand in die Luft zu sprengen. Wenn demnächst ein Geldeintreiber vom Fiskus kommt (7. Bild), wird es nicht mehr genug sein, wie einst Weltentdecker Captain James Cook in die Ferne zu reisen. Arme Reiche! (8. Bild).

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Schlechte und GUTE (!) Nachrichten über Steueroasen

Kommt der schwarze Tag? Zyprioten versuchen, sich doch noch zu retten

_________________________________

You are welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Anmelden