Schlechte und GUTE (!) Nachrichten über Steueroasen

Mediapart: diese Website hat aufgedeckt / Burki in 24heurs, Lausanne: ...so wurde der Finanzminister erwischt / Ranson in Le Parisien: ...was Hollande in Bedrängnis brachte / Jueves sowie La Vanguardia: Prinzessin Cristina kommt vor Gericht / Süddeutsche Zeitung: Reiche verstecken ihr Geld / Guardian, London: ...doch ihre Namen werden ermittelt



Heute finden Sie fast nur schlechte Nachrichten in Ihren Medien. Der bis vor wenigen Tagen amtierende Finanzminister der französischen Republik unterhält Geheimkonten in der benachbarten Schweiz sowie im fernen Singapour, um schwarzes Geld  zu verstecken und sich der Steuerpflicht zu entziehen. Zudem erklärt er arrogant und selbstherrlich vor dem Parlament, dass er solche Konten nie gehabt hätte und nicht hat... nicht auszuschließen ist, dass ein oder mehrere Kollegen am Regierungstisch seine Taten direkt oder indirekt gedeckt haben. Selbst dem Staatspräsident wird vorgeworfen, dem Steuerflüchtigen wider besseren Wissens geholfen zu haben.



In Spanien muss eine Prinzessin höchst persönlich vor Gericht aussagen, da ihr Mann glaubwürdig beschuldigt wird, Spendengelder abgezweigt und auf seine Konten überwiesen zu haben. Dabei geht es um gleich sechs Millionen! Und wir sprechen nur von den Summen, die die Fahnder bisher aufdecken konnten. Mehr könnte noch kommen. Die Monarchie ist erschüttert. Die Untertanen natürlich auch. Es sind ja inzwischen mündige Bürger, die von den Herrschenden und Regierenden Transparenz und Ehrlichkeit zurecht verlangen. Wer hätte sich vorstellen können, dass selbst Mitglieder der Königsfamilie in solch schmutzige Geschäfte verwickelt sind.

In Deutschland, in Europa und eigentlich weltweit wird ein gigantisches Netzwerk von Steueroasen enthüllt. Viele Superreiche schaffen es, riesige Summen vor dem Fiskus zu retten. Sie handeln sehr raffiniert und oft ganz legal. Sie nutzen Schlupflöcher aus. Sie schrecken vor nichts zurück. Korruption und Bestechungen sind an der Tagesordnung. Die Kontrollmechanismen versagen, weil sich manche Kontrolleure selbst an der überdimensionalen Geldwäsche beteiligen.

Denken sie aber bloß nicht, dass sich die Lage verschlechtert hat. Das trifft nicht zu. Korruption und Transfer von Schwarzgeld ins Ausland hat es früher noch mehr als heute gegeben. Die Steueroasen sind keine neue Einrichtung. Die Briefkasten-Firmen haben lange Tradition und wurden von vielen Regierungen über Jahrzehnte geschützt oder gar mitbetrieben. Die Tarnung von steuernpflichtigen Gewinnen als Spenden oder als Stiftungen "für den guten Zweck" hat es seit eh und je gegeben.

Nun kommt die GUTE Nachricht! Was sich geändert hat ist folgendes: Unsere Welt - auch die geheimnisvolle Finanzwelt - ist viel offener geworden. Zum einen ist es eine Folge des internationales Terrorismus. Nach den Anschlägen von 9/11 haben die Regierungen ihre Zusammenarbeit verstärkt, um dieser Finanzierung der blinden Gewalt auf die Spur zu kommen. Das begünstigt die Möglichkeit, mehr Transparenz zu schaffen. Zudem hilft das Internet, die Geldströme zu verfolgen und zu indentifizieren. Zum guten Schluß gibt es unabhängige, meist virtuelle Portale, die mit Hilfe der neuen Technologie selbst recherchieren und Betrüger wirksamer als bisher ermitteln.

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