Liebe und Tod auf Java: mein Osterbesuch bei Auslandsdeutschen / A tale of German expats in Indonesia

ARD: Was geschah auf Java? / AHK Indonesien: gut vernetzt... wir sind wieder da! / ...selbst Angela kommt zu Besuch! / DIS: Jakarta: deutsche Schule geht global / Die Woche: Australien: Bloß keine Angst! / Allgemeine Zeitung, Namibia: deutsche Wünsche zu Ostern



Seitdem ich mich mit Deutschland und mit Deutsch befasse, kenne ich Auslandsdeutsche. Der allererste war ein älterer Herr, ein Jecke, der aus Deutschland kam und mir in Tel Aviv ganz langsam und geduldig Worte in Deutsch beizubringen versuchte. Er pries immer wieder die Tugenden Deutschlands, auch wenn er im Ergebnis in diesem Land nicht mehr leben konnte und auch nicht wollte.



Andere Auslandsdeutsche habe ich in Schwäbisch Hall kennengelernt. Auch sie priesen die deutschen Tugenden. Doch im Gegensatz zum oben erwähnten Herrn, wollten sie keineswegs mehr im Ausland leben. Sie wollten sich in Deutschland niederlassen. Es waren sogenannte Aussiedler, die aus Osteuropa kamen. Zusammen haben wir uns in einem Goethe Institut einige Wochen aufgehalten, und zwar unter dem Motto "Deutsch lernen Deutschland kennenlernen". Keine einfache Aufgabe, wie der begabte Autor Mark Twain humorvoll geschildert hat.

Inzwischen hatte ich Gelegenheit, Auslandsdeutschen in fast allen Ecken der Welt zu begegnen. Es war immer ein spannendes Erlebnis. Oft waren es Patrioten in der Ferne, die mit großter Mühe versucht haben, die Bindungen an die alte Heimat aufrecht zu erhalten. Ich war ziemlich stolz, dass ich öfters dabei behilflich sein konnte. Meine Kenntnisse von Deutschland waren und sind nicht schlecht. Nun war ich in der Lage, einiges den Deutschen beizubringen. Selbst sprachlich hinkte ich nicht mehr hinterher. Ich wurde sogar für mein "schönes, bundesrepublikanisches Hochdeutsch" gelobt.

Gestern abend habe ich Neues gelernt. Der Film Liebe und Tod auf Java hat mir Einblicke in das Leben von Auslandsdeutschen auf Indonesien gegeben. Ihre persönlichen Schicksale wurden durch die dramatischen politischen Ereignisse in der alten, fernen Heimat nachhaltig beeinflusst. Das schöne alte Refugium der Kolonialzeit konnte nicht mehr so existieren, wie es lange Zeit geführt und gelebt wurde. In diesem Fall wurden die Auslandsdeutschen von anderen mit ihrer Heimat voll identifiziert - ob sie es persönlich wollten oder nicht.

Heute morgen habe ich mehr darüber erfahren, wie es den Deutschen auf Indonesien erging. Meine schnelle Recherche hat zum Beispiel folgendes ergeben: 1924 wurde die erste deutsche Handelskammer auf Indonesien ins Leben gerufen. Im 2. Weltkrieg musste sie schließen. Wieder geöffnet wurde sie erst 1970. Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat eine gewisse Angela Merkel die Handelskammer besucht und eine Rede vor den vielen Mitgliedern und ihren Gästen gehalten. Auf Indonesien gibt es inzwischen sogar eine deutsche Schule, die unter den Einheimischen sehr beliebt sein soll

Ich wollte es nicht bei Indonesien belassen und besuchte (erstmal virtuell) einige andere Gemeinden von Auslandsdeutschen. Einen Vorgeschmack der aktuellen Eindrücke können Sie oben sehen. Hiermit ein kleiner Hinweis darauf, dass ich mir vorgenommen habe, bei meinen weiteren Reisen wieder einmal mit Auslandsdeutschen zu sprechen. An Gelegenheiten wird es bestimmt nicht fehlen.

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