Rettungspaket für Zypern geschnürt: wie reagiert Russland? / Russia condemns Cyprus bailout as ’stealing‘ but seems to accept it

Nezavisimaya Gazeta: Luft geht aus... Schlangen vor Banken... / Vedomosti: Angebot Anlagen / ...risikolos verdienen / Izvestia: wie reagieren Oligarchen? / Kommersant: was machen Putin und Medvedev? / Rossiiskaya Gazeta: warten & träumen / TAZ: zunächst gerettet!



Das Rettungspaket für Zypern ist unter Dach und Fach. Doch es bleibt ein Rätsel, wie die russischen Anleger darauf reagieren. Kommt eine Lawine von juristischen Verfahren gegen angebliche Enteignungen? Werden russische Firmen ihre Aktivitäten auf Zypern einstellen oder stark einschränken? Wird die Regierung in Moskau politisch und wirtschaftlich gegen die europäische Union vorgehen?



Zur Zeit gibt es mehr Fragen als Antworten. Denn zunächst fehlen verlässliche Daten darüber, welche Summen die Anleger aus Russland in Banken auf Zypern deponiert haben. Der Chef der zypriotischen Notenbank Panicos Demetriades sagte der russischen Zeitung Vedomosti: "es hängt davon ab, wie man zählt". Die heutige Lektüre der russischen Medien verrät darüber hinaus, dass die ganz großen Investoren nicht sehr besorgt sind. Zum einen haben sie schon längst die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Vermögen gerettet. Zum anderen transferierten sie Guthaben auf Konten zypriotischer Banken in Athen, wo sie vor dem Zugriff der drohenden Zwangsabgabe sicher bleiben.

Zypern hat mehrere Male erfolglos versucht, die Russen für ein eigenes Rettungspaket zu gewinnen. Doch in Moskau kamen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass ein solches Engagement nicht vorteilhaft ist. Möglicherweise verfügt der russische Finanzminister über Daten, die nicht mal die Zyprioten kennen. Demnach wäre der Verlust für russische Anleger nicht so erheblich, wie in Brüssel gemeldet wird. Zudem gibt es Wege, politisch und juristisch Druck auf die europäische Union auszuüben, damit die Russen nicht leer ausgehen. Konkrete Entscheidungen wurden in Moskau aber bisher nicht getroffen.

Russland und Zypern sind unter anderem durch den christlich-orthodoxen Glauben stark verbunden. Dieser Faktor spielt weiterhin eine zentrale Rolle und bleibt von politischen und finanziellen Überlegungen unberührt. Allein schon das sorgt dafür, dass sich Medien in Russland mit dem Thema Zypern ganz intensiv beschäftigen. Dabei werden Forderungen laut, dass Moskau für die russischen Anleger auf der Insel interveniert. Es bleibt spannend, ob und wie die politische Führung reagiert. Einiges dazu erfahren Sie in diesem Kurzinterview mit meinem russischen Kollegen Sergej Sumlenny.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Sonneninsel der Aphrodite in der Krise: so kann man die Russen zur Rettung von Zypern gewinnen

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