Versöhnung Israel-Türkei: die gemeinsamen strategischen Interessen heilen / Israel, Turkey agree to restore full ties

The Nation, Lahore: Palmer Report der UNO gab Israel Recht / Elhanan BenUri in Srugim: diese Knesset Abgeordnete provozierte mit IHH zusammen / JNews: strategische Interessen / Vatan: ...führen zu diesem Telefonat / Yeni Asya: Traum vom Islam als Nationalität / Ibrahim Özdabak: ...wird am Beispiel Syrien ausgeträumt / Shlomo Cohen: Flamman in Syrien beenden Eiszeit



So ist die offizielle Versöhnung zwischen Israel und der Türkei vonstattengegangen: US Präsident Barack Obama und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu besprachen regionlae Probleme. Obama fragte Netanyahu, ob eine Telefonleitung nach Ankara hergestellt werden kann. Gastgeber Netanyahu erklärte, dass diese seit langem nicht mehr funktioniert. Doch er zeigte sich offen, die alte Verbindung doch noch zu probieren.



Technisch hat es sofort geklappt! In wenigen Sekunden hatte Obama den türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan an der Strippe. Obama zu Erdogan: Dein Freund Netanyahu hat ein Herzensanliegen. Er möchte mit Dir sprechen. Erdogan zu Obama: Na, dann lass uns reden. Da griff Netanyahu zum Hörer und sagte Erdogan: Tut mir leid, dass wir so lange nicht mehr voneinander gehört haben. Diese Sache mit dem Schiff der IHH Aktivisten belastet uns alle. Ich entschuldige mich für einige Fehler, die zum Tode von mehreren türkischen Bürgern geführt haben. Wir werden gemeinsam den Weg finden, die Familien zu entschädigen. Lass uns die gute Zusammenarbeit der Vergangenheit weiterführen.

Erdogan zeigte sich nicht überrascht. Er sagte zu Netanyahu: Genauso denke ich auch. Ich werde dafür sorgen, dass sich auf unserer Seite alles wieder beruhigt. Wir möchten ja diese schlimme Angelegenheit hinter uns bringen und uns den gegenwärtigen Problemen widmen. Die alte Freundschaft zwischen Juden und Türken war und bleibt auch mir persönlich sehr wichtig. Konkrete Probleme müssen wir gemeinsam besprechen und regeln. Im Interesse der Menschen in der ganzen Region wollen wir an die Zukunft denken.

Diese Nachahmung des Telefonats sollten Sie bitte nicht wörtlich nehmen. Mag schon sein, dass andere Formulierungen verwendet wurden. Doch eins ist absolut klar: Israel und die Türkei wollen die Spannungen der letzten drei Jahren endgültig begraben. Wieso und warum?

  • Selbst die UNO hat festgestellt, dass die Seeblockade von Gaza dem Völkerrecht entspricht und völlig legitim ist. Allerdings wurden Fehler bei der Ausübung dieses Rechts gemacht. Das Schiff der türkischen IHH-Vereinigung (eine Organisation, die als terroristisch gilt und daher in Deutschland verboten ist) hätte auch ohne tödliche Konsequenzen gestoppt werden können.
  • Die Türkei hat für sich die Lehre gezogen und keine weiteren Versuche unternommen, Schiffe mit sogenannten "Menschenrechtsaktivisten" nach Gaza zu schicken. Jerusalem hat ebenfalls die Lehre daraus gezogen und zeigte sich bereit, für die Toten an Bord der Marmara sein Bedauern auszusprechen, obwohl IHH-Aktivisten die israelischen Soldaten mit Messern angegriffen haben und sie schwer verletzten.
  • Bei weitem wichtiger wiegt, dass sich die Lage in der Region völlig verändert hat. Die Bestrebung der Türkei scheiterte, durch die Arabische Revolution ihren Führungsanspruch in der muslimischen Welt zu zementieren. In Libyen, in Ägypten und zuletzt in Syrien gelang der Versuch nicht, die Türkei als Zukunftsmodell zu präsentieren. Die osmanischen Ambitionen von Erdogan mussten den Realitäten angepasst werden.
  • Israel und der Türkei drohen heute gemeinsame Gefahren - einerseits der nukleare Iran, der die Machtbalance in der Region dramatisch verändern kann; andererseits das instabile Syrien, das Chaos, Gewalt und potentiell auch chemische Waffen in die benachbarten Länder exportiert. Zusammen kann man diesen großen Gefahren viel wirksamer begegnen.
  • Die amerikanische Diplomatie half mächtig, Israel und die Türkei wieder auf den Weg der Versöhnung zu bringen. Obama höchst persönlich sowie sein Aussenminister John Kerry haben unermüdlich daran gearbeitet. Sie machten beiden Seiten klar, dass die alte, strategische Zusammenarbeit in ihrem eigenen Interesse liegt und von den USA und NATO unterstützt wird.
  • Illusionen wären fehl am Platz. Die Feindseligkeitkeit zwischen Israel und der Türkei wird ihre Spuren hinterlassen haben. Doch die Hoffnung ist berechtigt, dass gemeinsame Interessen überwiegen. Hinzu kann man neuerdings auf die Zusammenarbeit zählen, um Lieferungen von Erdgas zu ermöglichen. Dabei geht es um große Vorkommen, die zur Zeit vor der israelischen Küste erschlossen werden. Eine Pipline auf türkischem Gebiet könnte dienen, den Export nach Europa wirksam zu gestalten.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Auch UN-Bericht bestätigt: Seeblockade von Gaza ist legal

Erdogan zwischen Kritik an Syrien und Unterstützung des Iran gefangen

_________________________________

You are welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Schlagwörter: , , , , , ,

Anmelden