Obama in Israel: was kann die USA im Nahen Osten bewegen? / Mideast uncertainties haunt Obama: President’s limo breaks down and towed away

Yediot: eine Limousine macht Schlagzeilen / ...wie auch erneute Raketenangriffe / Ronny Gordon in Ma'ariv: was kann Obama richten? / Avital Alter: ...bei dieser Fülle von Problemen / Shlomo Cohen: verlässlicher Partner Israel / Ronny Gordon: Obama & Netanyahu doch Freunde



Auf dem ersten Bild oben links sehen Sie es selbst: die vielleicht teuerste, vollständig gepanzerte und wohl bestgeschützte Limousine der Welt - die des US Präsidenten - ist auf dem Weg von Tel Aviv nach Jerusalem steckengeblieben. Motti Matmon, Inhaber einer Abschleppfirma, konnte es kaum glauben, als er den Auftrag bekommen hat, das neun Tonnen schwere Gefährt abzuschleppen. Hier erzählt er, dass er zunächst von einem Scherz ausgegangen ist. Doch bald hat sich herausgestellt: es ist echt. Aus einem inzwischen bekannten Grund (die Limousine wurde mit falschem Sprit betankt) konnte sich das Fahrzeug nicht bewegen.



Um Sie gleich zu beruhigen: Barack Obama befand sich nicht in der präsidialen Limousine, als sie aufgeben musste. Er hat den Weg vom Flughafen nach Jerusalem in einem Hubschrauber zurückgelegt. Er kam auch sehr gut an, und konnte das dichte Besuchsprogramm genau nach Plan absolvieren. Dazu gehörte das Pflanzen eines Baumes, den der US Präsident mitgebracht hatte, und zwar im Garten des israelischen Präsidenten. Allerdings: der importierte Baum musste kurz danach wieder rausgezogen werden, um ihn nach Bakterien zu untersuchen. Das schreibt das Gesetz vor. In wenigen Tagen wird der Baum nochmal eingepflanzt. Dann wird er hoffentlich wachsen und gedeihen.

Solche Kleinigkeiten sollte man nicht zu hoch bewerten. Das will ich auch keineswegs tun. Doch diese lustigen Ereignisse am Rande des großen, historischen Besuches haben eine gewissen Symbolkraft. Der Nahost war und bleibt eine unberechenbare Region. Gute Vorsätze und Absichten scheitern oft an harten Realitäten, die sich seit drei Jahren besonders rasant ändern. Im Falle Israels bedeutet es, weiterhin wachsam zu bleiben und sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Man weiß eben nicht, was demnächst kommt.

Die schwierige Nachbarschaft des jüdischen Staates hat Obama gleich am Anfang seiner Reise angesprochen. Wiederholt betonte er, dass die Allianz mit Israel auch und gerade für die USA absolut wichtig ist. Zuverlässige Partner findet man in dieser Region nicht so schnell. Aus diesem und aus vielen anderen Gründen ist es für die USA ein eigenes Anliegen, die Beziehungen mit Israel zu intensivieren und langfristig anzulegen. Das ist übrigens auch für einen möglichen Ausgleich mit den arabischen Nachbarn unverzichtbar. Nur ein starkes Israel kann es sich leisten, die notwendigen Zugeständnisse zu machen, die eine Beilegung der diversen Konflikte begünstigen.

In wenigen Stunden erwartet man eine große Rede von Obama in Jerusalem. Dabei wird er höchstwahrscheinlich auch die häufigen Raketenangriffe auf Israel erwähnen, die pünktlich zu seinem Besuch wieder zugenommen haben. Diese Angriffe - die gezielt Zivilisten treffen sollen - erinnern wieder an einen Zustand der Feindseligkeit und Unsicherheit, der Israel seit seiner Gründung begleitet. Den Beschüssen auf Israel muss angemessen begegnet werden. Doch zugleich dürfen sie nicht die Verantwortlichen davon abhalten, weiterhin einen Weg der Verständigung zu suchen. Die Vision eines Friedens soll wachgehalten werden - auch wenn sie zur Zeit kaum umzusetzen ist.

Lesen Sie bitte auch diese Beiträge:

Situation in und um den Gazastreifen: Morsi muss entscheiden

Obama und Israel: US Präsident unternimmt eine Kurskorrektur

_________________________________

You are welcome to follow and comment on Facebook & Twitter

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Anmelden