Opfer legen Black List von Kardinälen vor, die sexuellen Missbrauch gedeckt haben

Pat Campbell in Sydney Morning Herald: Kirche am Boden / Opfergruppe SNAP sowie Omaha: black list... black smoke.. / The Political Carnival: gab es überhaupt Misshandlungen? / Guardian: er wählt mit, obwohl er Verbrecher schonte



Ein Katholik bin ich nicht. Manche unter Ihnen würden möglicherweise diese meine Anmerkung als Chuzpe empfinden. Dennoch wage ich es klar und deutlich zu sagen: Das Konklave im Vatikan sollte sich nicht nur auf die Wahl des neuen Oberhauptes der katholischen Kirche konzentrieren. Es sollte darüber hinaus das Thema sexueller Missbrauch in der Kirche auf die Tagesordnung setzen.



Sie werden vielleicht protestieren und sagen: das ist zwar ein sehr wichtiges Thema. Doch das gehört nicht hierhin. Das Konklave ist eine besondere Institution, die nur der Wahl eines Papst gewidmet ist. Andere Themen werden in anderen Gremien behandelt. Dafür gibt es geordnete Regeln und Verfahren in der katholischen Kirche.

Mit diesem Einwand wäre ich einverstanden, wenn wir nicht die schlimmen Erfahrungen der letzten Jahre und Jahrzehnte hinter uns hätten. Diese Erfahrungen zeigen nämlich, dass die Institutionen der katholischen Kirche völlig versagt haben. Trotz vieler Nachweise wurde sexueller Missbrauch innerhalb der Kirche nicht ernsthaft geahndet. Er wurde eher toleriert oder gar vertuscht.

Die katholische Kirche reagierte nur dann, wenn sie dazu durch Behörden und Gerichte gezwungen wurde. Oft wurde versucht, die Verbrecher innerhalb der Kirche zu schützen. Nur wenige Würdenträger haben als Konsequenz von Fehlverhalten ihre Ämter wirklich verloren. In der Öffentlichkeit entstand der nachhaltige Eindruck, dass die Kirche nicht bereit und nicht willens ist, das Phänomen sexueller Missbrauch an der Wurzel zu packen und auszuradieren.

Zurück zum Konklave und zu meinem Vorschlag. Wenn das Thema sexuelles Vergehen aus rechtlichen oder traditionellen Gründen nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden kann, soll es zumindest am Rande dieser Versammlung der Kardinäle aus aller Welt behandelt werden. Nur so bekommt es das Gewicht, das ihm gebührt. Nur so kann ein kleiner Anfang gemacht werden.

Ganz nebenbei kann sich die Kirche ernsthaft damit befassen, ob das Prinzip Zölibat für Würdenträger der Katholiken überhaupt haltbar ist. Vielleicht sollte man im Vatikan darüber nachdenken, wie dieses Prinzip aufgelockert oder abgeschafft werden kann. Reformen braucht die katholische Kirche allemal. Mit der Lockerung des Zölibats würden die Kardinäle zeigen, dass sie sich der Natur des Menschen nicht widersetzen.

Lesen Sie bitte hier weiter:

Ob bibelfest oder nicht – das Konklave dürfen Sie nicht verpassen!

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