10. Weltpolitik

Heute im Orient: Bahrain zementiert Herrschaft der sunnitischen Minderheit; palästinensische Köngin Rania liest den Arabern die Leviten

Von den vielen Konflikten im Nahen und Mittleren Osten ist die über tausend Jahre alte Konfrontation zwischen Sunniten und Schiiten bei weitem der dauerhafteste, der blutigste und letzlich auch die komplizierste Zwietracht. Am Rande dieses Konflikts sind zwei Ereignisse von Bedeutung, die das Geschehen im Orient mitbestimmen und die wirklichen Auseinandersetzungen im Islam sehr einleuchtend reflektieren.

Putin verlässt Brisbane frühzeitig; Krise um die Ukraine überschattet das Treffen der Mächtigen

Der G20 Gipfel in Brisbane endete praktisch zweimal. Zuerst mit dem frühzeitigen, demonstrativen Abgang des russischen Präsidenten Vladimir Putin. Dann mit dem offiziellen Abschluß der Mammut-Veranstaltung und der Rückkehr aller Teilnehmer in ihre Länder. Dieses doppelte Ende verspricht nichts Gutes für die internationalen Beziehungen, die ja der G20 Gipfel zu verbessern versucht.

Luftschläge produzieren Selbsttäuschung; Kalifat ISIS breitet sich aus

Die gemeldeten Erfolge im Kampf gegen das sunnitische Kalifat ISIS sind mit Vorsicht zu genießen. Während die USA und einige NATO Länder den neuen Staat mit Luftschlägen im Irak und in Syrien zu schwächen versuchen, verbreitet sich die Botschaft der Islamisten auch in anderen Teilen des Orient. ISIS hat bereits viele Anhänger in Lybien, im Sinai, in Gaza, im Yemen und sicherlich auch auf der arabischen Halbinsel, wo sich die heiligen Stätten des Islam befinden.

Regieren statt analysieren: Präsident Obama wird nun gefordert

2009 hat US-Präsident Barack Obama den Krieg gegen den Terror für beendet erklärt. Seine verbindliche Aussage dazu wurde weltweit großspurig dokumentiert. Hier ein Beispiel. Doch was ist aus dieser dramatischen Ankündigung geworden? Nicht viel mehr als leere Worte. Der Präsident der führenden Weltmacht ist damals in die Rolle eines Gel...

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Wer gegen wen? Aus iranischer Sicht ist ISIS ein USA-Monstrum

Bei mehreren Gesprächsrunden in den letzten Tagen (hier ein Beispiel) habe ich mich bemüht, westlichem Publikum klar zu machen: Im Orient geht es zur Zeit nicht um eine Konfrontation zwischen bösen muslimischen Gotteskriegern einerseits und liberalen Demokraten andererseits. Es geht eher um einen islamisch-islamischen Streit, der vor ü...

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